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Sehr geehrte Ärzte,
hier ist der vollständige Text für Sie:
APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Stand: Dienstag, 24. Februar 2026, um 19:31 Uhr
Apotheken-News: Bericht von heute
Acht Entwicklungen greifen ineinander: Steuermechaniken in der PKV, eine gerettete Ausbildung in der Offizin, die harte Honorardebatte mit den Kassen, grenznahe Preisanker aus den Niederlanden, politische Verzögerungen bei der Klinikreform, globale Preissignale bei Adipositastherapien, alltägliche Interaktionsrisiken durch Grapefruitsaft und die strukturelle Evidenzlücke in der Pädiatrie. Zusammen erzählen sie von einem System, das ökonomisch unter Spannung steht, regulatorisch ringt und zugleich im Detail Sicherheit gewährleisten muss. Die Frage ist nicht, welches Thema isoliert dominiert, sondern wie Vertrauen entsteht, wenn Preise, Politik und Praxis gleichzeitig Druck ausüben.
In der Steuererklärung wirkt vieles wie Kleingedrucktes, bei der privaten Kranken- und Pflegeversicherung ist es erstaunlich klar geregelt. Beiträge zur PKV zählen zu den Vorsorgeaufwendungen und gehen als Sonderausgaben in die Erklärung – auch für privat versicherte Familienangehörige. Entscheidend ist die Trennlinie, die das System zieht: Absetzbar ist nur der Anteil, der einer Basiskrankenversicherung auf GKV-Niveau entspricht; typische PKV-Mehrleistungen bleiben steuerlich außen vor.
Damit diese Abgrenzung nicht im Nebel endet, wird sie technisch sauber gemacht: Der Versicherer ermittelt den abzugsfähigen Beitrag nach KVBEVO, übermittelt die Daten digital (ZfA) an die Finanzverwaltung, und in ELSTER landen sie in der Anlage Vorsorgeaufwand (Anlage VOR). Operativ heißt das für Versicherte: Rückerstattungen müssen angegeben werden, weil sie den absetzbaren Betrag mindern; Selbstbehalte tauchen nicht als „Beitrag“ auf, sondern spielen höchstens bei außergewöhnlichen Belastungen eine Rolle. Systemisch ist das eine stille Kopplung von Vorsorgefinanzierung und Datenfluss – ohne digitale Präzision kippt hier schnell die Nachvollziehbarkeit.
In einer Apotheke kann ein Ausbildungsjahr auch an etwas scheitern, das in keinem Rahmenplan steht: daran, ob jemand Verantwortung übernehmen darf. In Hüfingen, in der Schellenberg-Apotheke, beginnt für die PKA-Auszubildende Viktoria Kuznetsov im Juni 2025 ein zweiter Anlauf, als der Abbruch schon fast entschieden ist. Der Wechsel ist kein romantischer Neuanfang, sondern Arbeit am Fundament: Telefonieren, Rezepte bearbeiten, Routinen lernen – Tätigkeiten, die sie zuvor nicht selbstständig machen durfte.
Dass sie jetzt kurz vor Abschluss mit Bestnoten glänzt, ist kein Zufall, sondern Organisationsleistung: Eine Stunde Lernzeit pro Tag, enges Nachfragen, Nachhilfe „in so ziemlich jedem Bereich“, weil aus den ersten beiden Ausbildungsjahren nur Bruchstücke hängen geblieben sind. Operativ zeigt sich die harte Wahrheit für Betriebe: Man investiert Zeit, Teamenergie und Struktur, obwohl die Auszubildende nach der Prüfung einen anderen Weg gehen will. Systemisch bleibt trotzdem ein Gewinn: Wer Ausbildung so ernst nimmt, stärkt die Resilienz des Nachwuchssystems – auch dann, wenn Bindung nicht garantiert ist.
Wenn Apotheken über Honorare reden, reden sie nicht nur über Geld, sondern über die Logik, nach der Versorgung belohnt oder bestraft wird. Dr. Schamim Eckert nimmt den GKV-Spitzenverband frontal ins Visier, nachdem Stefanie Stoff-Ahnis nicht nur eine Fixum-Anhebung ablehnt, sondern profitable Stadtapotheken als Ziel für Kürzungen markiert. Der Kernvorwurf ist nicht „harte Kasse“, sondern Doppelmoral: Sparappelle nach außen, steigende Verwaltungsausgaben und beachtliche Bezüge nach innen.
Die Zahl, die hängen bleibt, ist die Strukturzahl: 94 Krankenkassen – und dazu die Kritik an Steigerungsraten bei Bezügen und Sonderzahlungen von rund 31 bis 33 Prozent. Operativ landet diese Debatte in den Betrieben als Investitionsbremse und Personalfrage: Wer nicht weiß, ob Mehrarbeit künftig weniger wert ist, wird vorsichtiger, nicht mutiger. Systemisch ist das ein Anreizproblem: Ein Modell, das Effizienz bestraft, beschädigt Vertrauen – und Vertrauen ist im solidarischen System keine Zierde, sondern Betriebsmittel.
Die „Drogeriewochen“ des Hollandmarkts Ter Huurne sind mehr als ein Prospekt, sie sind ein Preissignal. 50 Paracetamol 500 mg für 0,99 Euro, Ibuprofen 400 mg (20 Stück) ebenfalls für 0,99 Euro, Loperamid 2 mg (10 Kapseln) für 0,89 Euro – und das bis zum 9. März, zehn Meter hinter der Grenze bei Haaksbergen, südlich von Enschede. Mechanisch funktioniert das über Regelunterschiede: Was in Deutschland apothekenpflichtig und in der Sichtwahl gebunden ist, steht dort in der Drogerie als Ware.
Operativ wird daraus Erklärdruck: Kundinnen und Kunden tragen die Preisanker zurück in die Offizin, und Beratung muss gegen „unter einem Euro“ argumentieren, ohne belehrend zu wirken. Systemisch stellt sich die Wertfrage mit Wucht: Was kostet Versorgung, wenn Arzneimittel als Lockartikel auftreten – und wer schützt die Grenze zwischen Preis und Risiko? Dass dem Markt Werbung und Verkauf bestimmter Arzneimittel gerichtlich untersagt wurden, zeigt: Auch Schnäppchenlogik hat juristische Leitplanken, nur sind sie für Verbraucher oft unsichtbar.
Auch bei der Krankenhausreform ist nicht der Paragraph das Problem, sondern die Zeit, die verrinnt. Das Gesetz zur Anpassung der Reform (KHAG) sollte in 2./3. Lesung durch den Bundestag, die Union sagt die Abstimmung ab. Jens Spahn verweist auf laufende Gespräche mit den Ländern; das Ministerium will „rechtzeitig“ fertig werden, um die Bundesratssitzung Ende März zu erreichen. Die Reform selbst ist seit Anfang 2025 in Kraft und soll bis 2029 umgesetzt werden – das ist der Rahmen, in dem jetzt jede Woche politisch Gewicht bekommt.
Operativ bedeutet Verschiebung Planungsunsicherheit: Kliniken und Regionen warten auf klare Spielräume, während sie zugleich in Strukturen investieren sollen, die später anders bewertet werden könnten. Systemisch wird die Reform zu einer Stabilitätsfrage: Verzögerung kann Kosten treiben und Beiträge belasten, aber auch eine Mehrheit erzwingen, die nicht beim ersten Gegenwind bricht. Die Leitplanken „Qualität sichern, Fallzahl-Druck senken“ bleiben im Raum – die Frage ist, ob die Umsetzungskraft mitwächst.
Dass ein US-Listenpreis 2027 in einer deutschen Debatte auftauchen kann, zeigt, wie global Arzneimittelpolitik geworden ist. Novo Nordisk will die Listenpreise für Wegovy und Ozempic in den USA ab dem 1. Januar 2027 auf 675 Dollar pro Monat senken; bei Wegovy wäre das ungefähr die Hälfte, bei Ozempic gut ein Drittel weniger. Mechanisch ist es eine Zugangsstrategie: hohe Eigenbeteiligungen hängen oft am Listenpreis, und wer dort senkt, verschiebt die Eintrittsschwelle für Patientinnen und Patienten.
Operativ wird der Wettbewerb mit Lilly schärfer, weil Wirksamkeitsnarrative und Erstattungslogik ineinandergreifen; parallel hat Novo mit Cagrisema einen Rückschlag gemeldet, während Lillys Produkte als stärker gelten. Systemisch entsteht ein Referenzpunkt, der über Ländergrenzen wirkt: Wenn ein Konzern öffentlich zeigt, dass drastische Senkungen möglich sind, verschiebt sich der Erwartungsrahmen – in Preisverhandlungen, in Erstattungsdebatten, in der Frage, wie Innovation bezahlt werden soll.
In der Beratungspraxis sind es oft die alltäglichen Kombinationen, die gefährlich unterschätzt werden – Getränk plus Arznei, Küche plus Rezept. Grapefruit und Grapefruitsaft können die Wirkung bestimmter Benzodiazepine verstärken, weil Furanocumarine intestinal CYP3A4 irreversibel hemmen; Naringenin wirkt zusätzlich über reversible Hemmung in der Leber. Diazepam ist ein CYP3A4-Substrat, Alprazolam und Midazolam ebenfalls – bei ihnen kann der Abbau langsamer werden, der Spiegel steigen, die Wirkung kräftiger ausfallen.
Operativ heißt das: Warnhinweise sind nicht „nice to have“, sondern Sicherheitsarbeit. Bei Z-Substanzen wie Zolpidem und Zopiclon gilt dieselbe Logik, die Kombination kann die Effekte verstärken; bei Lorazepam ist diese Grapefruit-Wirkverstärkung nicht zu erwarten, weil es anders verstoffwechselt wird. Systemisch wird hier sichtbar, wofür Apotheken im Kern stehen: Medikationssicherheit ist eine Versorgungsleistung, die nicht in Packungsgrößen gemessen wird – und sie verliert ihren Wert, wenn sie nur als Zusatz zum Preis diskutiert wird.
Bei Kindern und Jugendlichen zeigt sich eine andere Art Systembruch: Versorgung gilt als Standard, Evidenz ist es nicht. Auf dem 21. Diskussionsforum der SEG 6 und des Medizinischen Dienstes Westfalen-Lippe in Hamm wird klar benannt, was in der Praxis schon lange Alltag ist: In pädiatrischen Fachgebieten werden 60 bis 90 Prozent der Arzneimittel zulassungsüberschreitend verordnet. Mechanisch entsteht das aus Studienmangel, kleinen Fallzahlen, schwieriger Rekrutierung und komplexen Einwilligungsprozessen – und aus dem berechtigten Anspruch, hohe Zulassungshürden beizubehalten, weil Kinder besonderen Schutz brauchen.
Operativ wächst damit die Last auf Beratung und Anwendungssicherheit, gerade weil auch nicht rezeptpflichtige Mittel bei nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch schwere unerwünschte Wirkungen auslösen können. Systemisch wird aus Off-Label eine Reformfrage: Über die Off-Label-Expertengruppe beim BfArM und Anträge beim G-BA können Wirkstoffe in Anlage VI der Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) verordnungsfähig werden – ein Weg, um Versorgung zu stabilisieren, ohne Schutzstandards zu schleifen. Die Debatte ist damit nicht „mehr Freiheit“, sondern „mehr geprüfte Realität“ – und genau dort entscheidet sich, ob Versorgung bei den Jüngsten ein Versprechen bleibt oder wieder eines wird.
An dieser Stelle fügt sich das Bild.
Was wie einzelne Nachrichten wirkt, ist ein zusammenhängender Spannungsraum: Vergütung beeinflusst Investitionen, Investitionen formen Ausbildung, Ausbildung sichert Beratung, Beratung schützt vor Risiken, Risiken fordern Regulierung, Regulierung verschiebt Kosten, Kosten verändern Preise, Preise prägen Erwartungen. Versorgung ist kein Nebeneinander, sondern ein Kreislauf aus Anreiz, Verantwortung und Konsequenz. Wer an einer Stelle dreht, bewegt das Ganze.
Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Wenn wirtschaftliche Logik, politische Steuerung und klinische Verantwortung auseinanderdriften, trägt die Apotheke die Reibung im Alltag. Vertrauen entsteht dort, wo Fachlichkeit stabil bleibt, auch wenn Rahmenbedingungen schwanken. Genau darin liegt die eigentliche Systemleistung.
Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Der vorliegende Gesamtbericht bündelt wirtschaftliche, regulatorische und klinische Entwicklungen und ordnet ihre Wechselwirkungen für die Versorgungspraxis ein.
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