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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Stand: Donnerstag, 19. Februar 2026, um 17:10 Uhr
Apotheken-News: Bericht von heute
Ein Gericht kann innerhalb weniger Zeilen eine Existenz beenden, wenn Risiko und Verantwortung nicht mehr zusammenpassen: Sofortvollzug, weil Vertrauen nicht auf spätere Aufklärung warten darf. Gleichzeitig stehen Menschen im Nordwesten frühmorgens vor der Praxis, nicht aus Geduld, sondern aus Not, weil Arztzeit zur knappsten Ressource geworden ist und das System sie nicht nachliefert, sondern nur verwaltet. Und während sich politische Pläne mit Semesterzahlen trösten, arbeiten Biologie und Alltag längst weiter: Adipositas als chronische Dynamik, die nicht mit Willenskraft erledigt ist, Einsamkeit als stiller Treiber von Krankheit, Personalengpässe als Bremse jeder Reform, Technologie als Chance nur dort, wo sie nicht als Heilsversprechen verkauft wird. Selbst Forschung, die nach Schutz am Eintrittsort sucht, und Stadtökologie, die zeigt, wie Dauerstress Verhalten formt, passen in dieselbe Gegenwart: Systeme kippen selten durch einen Schlag, meist durch die Summe kleiner, harter Verschiebungen.
Am Rand der Pfalz kippt ein Apothekenbetrieb nicht leise. Da steht nicht „es wird ermittelt“, da steht „sofortige Vollziehung“, und das ist die Stelle, an der das System nicht mehr mit einem späteren Urteil rechnet, sondern mit einem jetzigen Risiko. Ein Apotheker soll einem Komplizen in großem Umfang verschreibungspflichtige Medikamente überlassen haben, obwohl er gewusst haben soll, dass sie im Darknet weiterverkauft werden. Die Behörde widerruft die Betriebserlaubnis, das Verwaltungsgericht Neustadt bestätigt die Entscheidung und weist den Antrag auf Weiterbetrieb ab. Das Strafverfahren läuft noch, aber genau das wird hier zum Hintergrund: Das Gericht arbeitet mit dem, was es „erdrückende Verdachtsmomente“ nennt, und setzt den Schutz der Allgemeinheit über die Hoffnung, dass sich alles später schon aufklären werde.
Dieser Verdachtsraum wird als Kette erzählt, nicht als Andeutung. In der Akte sollen Observationen regelmäßiger Treffen mit dem Mitbeschuldigten dokumentiert sein, dazu Protokolle aus der Telekommunikationsüberwachung. Bei einer Durchsuchung seien große Mengen verschreibungspflichtiger Arzneimittel gefunden worden, die nachweislich überwiegend aus der Apotheke stammen sollen. Der Komplize habe ein Geständnis abgelegt: Spätestens seit Februar 2024 habe der Apotheker vom Weiterverkauf im Darknet gewusst und keine Rezepte mehr verlangt. Und es geht nicht um harmlose Ware, sondern um Opioide, Benzodiazepine, Schlafmittel aus der Gruppe der Cyclopyrrolone, andere Psychopharmaka und Schmerztherapeutika sowie Narkosemittel zur Injektion. Das sind die Präparate, bei denen Missbrauch nicht nur ein Risiko ist, sondern ein realistischer Schadenpfad. Das Gericht macht daraus kein dramaturgisches Bild, sondern ein Verantwortungsurteil: Wer eine Apotheke leitet, muss wissen, was solche Stoffe anrichten können.
Das Urteil wird noch härter, weil der Fall nicht auf einen einzigen Vorwurf zuläuft, sondern doppelt belastet ist. Neben der behaupteten illegalen Abgabe beschreibt die Behörde Zustände, die den Apothekenbetrieb im Kern treffen: Labor und Rezepturarbeitsplatz sollen stark verschmutzt gewesen sein, eine kontaminationsfreie Herstellung nicht gewährleistet. Es fehle an ausreichender Dokumentation und Prüfung von Ausgangsstoffen, teilweise sei nicht nachvollziehbar gewesen, welche Substanzen verwendet wurden, ob sie ordnungsgemäß gelagert oder auf Qualität geprüft wurden und ob abgelaufene Stoffe zum Einsatz kamen. Der Apotheker habe vorgetragen, die hygienischen Mängel seien umfassend behoben worden, außerdem verwies er auf die Berufsfreiheit und die wirtschaftlichen Folgen eines sofortigen Verbots. Doch die Kammer bleibt dabei: Bei der Schwere der Vorwürfe, der Dauer, dem Kernbereich des Apothekenbetriebs und der Gefährdungslage sei der Widerrufsbescheid gerechtfertigt, der Sofortvollzug ebenfalls. Das ist die Linie: Wenn Zuverlässigkeit bricht, bricht nicht „ein Detail“, sondern die Betriebserlaubnis selbst.
Während in der Pfalz ein Gericht schnell werden kann, weil Risiko und Verantwortung in einem Aktenordner landen, läuft der Druck anderswo so langsam, dass er fast unsichtbar wird. In Ostfriesland erzählt ein Hausarzt in Bunde von einer Praxis, die morgens ab acht „picke-packe-voll“ ist. Er macht seinen Beruf noch mit der Power von früher, sagt er, aber die Umstände sind andere: Damals gab es vier Ärzte im Ort, der Bedarf war geringer. Heute behandelt er rund 3000 Patientinnen und Patienten im Quartal, früher waren es 600. Er schickt niemanden weg, sagt er, aber irgendwann kommt man an Grenzen, und dieser Satz klingt nicht wie Klage, sondern wie eine nüchterne Messung: „Menschliche Heilung bedarf Arztzeit.“ Das ist der Satz, an dem man versteht, dass Versorgung nicht nur Geld und Gebäude ist, sondern Minuten.
Ein paar Kilometer weiter westlich, in Weener, stehen mittwochs regelmäßig Dutzende Menschen vor der Hautarztpraxis zur offenen Sprechstunde. Die ersten sind um 6.00 Uhr da. Eine Mutter kommt mit ihrer Tochter aus einem Ort 20 Kilometer entfernt, sie verschieben Dienstpläne, Kollegen springen ein, um überhaupt eine Chance auf einen Termin zu haben. Der Hautarzt sagt, seine Patienten kämen aus einem Umkreis von bis zu 80 Kilometern, die Motivation sei „die blanke Not“. Es gebe anderswo keine Termine mehr, es gebe Annahmestopps. Er behandelt gern, sagt er, er bringt Leistung, aber er braucht Personal, vor allem ärztliches. Auch hier ist es nicht der große Skandal, der das System offenlegt, sondern das Schlangestehen: eine Alltagsform von Unterversorgung.
Die Zahlen geben dem Gefühl einen Rahmen. Bei den Hausärzten seien im vergangenen Dezember 447 Niederlassungsmöglichkeiten nicht besetzt gewesen, teilt die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen mit. Die Probleme seien eher in ländlichen Regionen, junge Ärztinnen und Ärzte ziehe es in städtische Zentren, weil Infrastruktur und Arbeitsbedingungen anders sind. Der Gesundheitsminister Andreas Philippi verweist auf den Zehn-Punkte-Aktionsplan, auf die Landarztquote, die pro Jahr 60 Bewerbern den Zugang zum Studium erleichtern soll, wenn sie sich verpflichten, zehn Jahre in unterversorgten Regionen als Hausarzt zu arbeiten. Er verweist auch auf zusätzliche Studienplätze, 80 mehr in diesem Jahr, dazu die 120 Plätze an der Universitätsmedizin Oldenburg, ab Wintersemester 2026/2027 soll es im Land insgesamt 876 Studienplätze in der Humanmedizin geben. Das klingt nach Bewegung, aber jeder Plan hat eine Zeitachse, und genau daran zerreibt sich die Realität: Ausbildung dauert, Ruhestand wartet nicht. Der Hausarzt in Bunde sagt, ab 1. Oktober sitze er vielleicht allein, bei erhöhtem Versorgungsbedarf. Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, wie schnell so ein Ort in eine neue Normalität kippt.
In dieses Bild schiebt sich das Thema Adipositas wie ein Gegengift gegen die alte Reflexformel, Übergewicht sei vor allem fehlender Wille. Jens Aberle beschreibt Adipositas als chronische Erkrankung mit hoher Rezidivrate. Gene spielen eine große Rolle, der Grundumsatz ist stark genetisch festgelegt. Menschen mit Adipositas hätten häufig weniger Rezeptoren auf der Zunge, um Süßes zu schmecken, sie brauchen höhere Konzentrationen, um dieses Bedürfnis zu stillen. Bei Übergewicht ist zudem die Neurobiologie gestört, Betroffene denken ständig ans Essen, „Food Noise“, und verlieren ihr Sättigungsgefühl. „Je höher der BMI, desto geringer das Sättigungsgefühl“, sagt er. Dazu kommt die Umgebung: Überangebot an ungesunden Lebensmitteln, mangelnde Bewegung, eine Welt, die es vielen schwer macht, gesund zu leben. Und trotzdem bleibt das Stigma: als wäre es vorrangig ein individuelles Versagen.
Der Punkt, an dem das Thema hart wird, ist die Set-Point-Logik. Der Körper ist auf Vorratshaltung gepolt, will das Gewicht behalten und nach einer Abnahme wieder zum Höchstgewicht zurück. Bei Gewichtsabnahme produziert er ein „Feuerwerk“ an Hormonen wie Ghrelin, das Verlangen nach Nahrung steigt erheblich. Disziplin wird damit nicht wertlos, aber sie wird zur Dauerarbeit gegen Biologie. Genau deshalb spricht Aberle von lebenslanger Therapie und Begleitung und nennt das Basisprogramm: Ernährungstherapie, Bewegungstherapie, Verhaltenstherapie. Das sollen nicht drei schöne Säulen sein, die man einmal hinstellt, sondern ein dauerhaftes Fundament – nur ist die Realität davon weit entfernt.
Die Abnehmspritzen, Inkretin-Mimetika, sind in diesem Bild kein Wunder, sondern ein Werkzeug. Aktuell würden in Deutschland nur 1,8 Prozent der Menschen mit Adipositas damit behandelt, obwohl die Medikamente bei richtiger und längerer Anwendung äußerst effektiv sind. Der Grund ist nicht fehlende Wirksamkeit, sondern Erstattung: In der Regel werden sie nur bei Typ-2-Diabetes erstattet, ohne Komorbidität bleibt es privat. Das wiederum treibt manche in Off-Label-Nutzung, in eigenmächtiges Reduzieren der Dosis oder Verlängern des Dosisintervalls. Das kann funktionieren, sagt Aberle, sollte aber mit dem Arzt abgesprochen werden. Und dann kommt die Praxiszahl, die vielen die Illusion nimmt: Es dauert zwölf bis 14 Monate bis zum vollen Effekt, viele hören aber nach sechs Monaten auf, oft unkontrolliert. Wer anfängt, sollte es mindestens ein Jahr anwenden. Und selbst dann bleibt die offene Frage: Wie hält man das reduzierte Gewicht nach Absetzen? Eine niedrigere Dosis zur Stabilisierung ist eine Option, aber ohne intensive Lebensstiltherapie wird es schwierig. Nebenwirkungen wie Übelkeit und Verstopfung führen häufig zu frühem Abbruch, weshalb Nebenwirkungsmanagement, proaktive Aufklärung, langsame Dosiseskalation, kleine Mahlzeiten, gutes Kauen, im Einzelfall Medikamente gegen Übelkeit und der Hinweis auf proteinreiche Ernährung und Krafttraining wichtig sind. Das ist nicht „Lifestyle“, das ist Versorgungsarbeit.
Genau an dieser Stelle passt das Thema Einsamkeit, weil es Prävention auf eine Achse zieht, die im Alltag gern übersehen wird. Karl-Heinz Ladwig beschreibt Einsamkeit als subjektives Gefühl, dass gewünschte Nähe und Zuneigung fehlen, emotional oder relational. Soziale Isolation beschreibt dagegen die objektive Situation, etwa allein zu leben. Es gibt Menschen in Partnerschaften, die sich trotzdem einsam fühlen, und das kann noch schmerzhafter sein. Einsamkeit sei in Deutschland weit verbreitet, der Sozialbericht 2024 zeigt eine seit der Coronapandemie deutlich gestiegene Prävalenz, etwa 16 bis 19 Prozent fühlten sich häufig oder oft einsam, besonders hoch bei alleinstehenden älteren Menschen, alleinerziehenden Frauen, stark zugenommen bei jüngeren Menschen.
Ladwig bleibt nicht beim Gefühl stehen, er geht in die körperliche Folge. Andauernde Einsamkeit ist mit erhöhter Mortalität und Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert, besonders koronare Herzkrankheit und Schlaganfälle. Und sie ist ein Risikofaktor für metabolische Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes und erhöht die Komplikationsrate. Eine Metaanalyse von neun prospektiven Kohortenstudien mit rund 1,1 Millionen Personen, mittlere Nachbeobachtung 10,7 Jahre, knapp 51.000 neue Typ-2-Diabetes-Erkrankungen: Einsamkeit erhöht das relative Risiko um 32 Prozent, soziale Isolation um 20 Prozent. Als mögliche Gründe nennt er selbstschädigendes Verhalten, mangelnde Achtsamkeit, weniger Therapieadhärenz, aber auch psychobiologische Faktoren, Dysfunktionen in endokrinen, metabolischen und immunologischen Systemen. Daraus folgt nicht der moralische Imperativ, sondern eine praktische Zumutung: Psychosoziale Screenings und Interventionen sollten nicht nur bei Depression und Angst, sondern auch bei Einsamkeit eingesetzt werden. Soziale Verbundenheit wird zu einer Diabetespräventionsstrategie. Das klingt ungewohnt, ist aber genau die Art Querverbindung, die Versorgung im Alltag entscheidet.
Wenn man diese Krankheits- und Versorgungsfragen zusammennimmt, landet man zwangsläufig beim Personal, und dort wird der Ton schnell technisch. Ein Report der Manpowergroup beschreibt den Gesundheits- und Life-Sciences-Sektor als doppelt unter Druck: Der Bedarf an Versorgung steigt, der Fachkräftemangel verschärft sich dramatisch, gleichzeitig soll KI schneller und wirksamer in Prozesse, Forschung und Personalstrategien integriert werden. 77 Prozent der Arbeitgeber hätten Schwierigkeiten, qualifizierte Fachkräfte zu finden, besonders betroffen seien pflegerische Berufe, medizinische Spezialistinnen und Spezialisten sowie daten- und technologieaffine Rollen. Gleichzeitig nutzten nur 19 Prozent KI umfassend, um Einstellungs- und Recruiting-Prozesse zu verbessern. Das ist eine nüchterne Zahl, weil sie zeigt, wie groß die Lücke zwischen Möglichkeit und Umsetzung bleibt.
KI wird laut Erhebung bereits erfolgreich in Diagnostik, Früherkennung, Forschung, Arzneimittelentwicklung und Prozessoptimierung eingesetzt. Krankenhäuser und Pharmaunternehmen nutzen datenbasierte Analysen, digitale Zwillinge, Automatisierung. Dennoch bleibt die Akzeptanz am Arbeitsmarkt eine zentrale Herausforderung, viele Beschäftigte fühlen sich unzureichend vorbereitet. Und die Arbeitgeber betonen ausgerechnet jene Fähigkeiten, die man in PowerPoint-Folien gern als „Soft Skills“ ablegt: ethisches Urteilsvermögen, Patientenorientierung, Kommunikationsfähigkeit. Sie gelten als am schwierigsten automatisierbar, und gerade in Pflegeberufen zählen sie. Der Balanceakt wird damit sichtbar: Technologische Innovation vorantreiben und zugleich menschliche Fähigkeiten stärken, statt sie wie Restposten zu behandeln. Dazu kommt die strategische Personalplanung unter Kostendruck, geopolitischer Unsicherheit und Patent Cliff in der Pharmaindustrie. Die Warnung im Report ist klar: Wer heute nur auf Kostensenkung setzt, riskiert morgen Versorgungsengpässe und Innovationsverluste. Workforce-Strategie heißt dann Upskilling, internationales Recruiting, intelligente Nutzung externer Fachkräfte, aber auch Bindung erfahrener Mitarbeitender. Nichts daran ist glamourös, alles daran ist Versorgung.
Die Forschung zur intranasalen Covid-19-Impfauffrischung wirkt in diesem Kontext wie Prävention, die nicht über Moral, sondern über Immunarchitektur spricht. Das Kernproblem der Pandemie war immunologisch betrachtet nicht, dass intramuskuläre Impfstoffe nicht wirken, sondern dass sie zwar zuverlässig vor schwerer Erkrankung schützen, aber vergleichsweise schwach darin sind, Infektion und Übertragung zu verhindern. Der primäre Eintrittsort ist die Nasenschleimhaut, und dort wird durch intramuskuläre Impfungen oft keine robuste sekretorische IgA-Immunität etabliert. Ein Team um Si Chen (Guangzhou Medical University) hat in JCI Insight untersucht, wie ein intranasaler Booster nach vorangegangener intramuskulärer Impfung eine besonders wirksame mukosale IgA-Antwort auslöst.
Die Arbeit beschreibt, dass ein nasal applizierter Adenovirus-Vektor-Booster die systemische B-Zell-Gedächtnisantwort nicht nur auffrischt, sondern in Richtung IgA-Klassenwechsel und mukosales Homing umprogrammiert. Vor dem intranasalen Booster war praktisch keine Spike-spezifische IgA in der Nasenschleimhaut nachweisbar, nach zwei intranasalen Dosen ließ sich sekretorisches IgA in dimeren oder polymeren Formen isolieren. Pseudoviren verschiedener Varianten wurden durch nasales sIgA im Mittel deutlich potenter neutralisiert als durch Serumantikörper, besonders gegenüber Omikron-Linien, gegen XBB.1.5 war nasales sIgA im Mittel um ein Vielfaches stärker als Serum-IgG. Mechanistisch verfolgen die Autoren das BCR-Repertoire longitudinal und sehen, dass nach intranasalem Booster dieselben Klonotypen, die vorher im Blut als IgM/IgG auftauchten, plötzlich als IgA in hoher Frequenz erscheinen, mit Hinweisen auf Affinitätsreifung und Klassenwechsel. Das ist Forschung, aber sie hat einen klaren Praxisgedanken: Schutz vor schwerer Erkrankung ist nicht identisch mit Schutz vor Infektion und Übertragung. Wer beides will, muss am Eintrittsort arbeiten.
Dann gibt es dieses Thema, das auf den ersten Blick quer steht, aber genau deshalb wirkt: Stadt-Stress verändert Tiere. Eine internationale Übersichtsarbeit von Wissenschaftlerinnen der Universität Bielefeld, erschienen in Biological Reviews, wertet 227 Studien aus und findet bei 92 Prozent einen signifikanten Einfluss der Urbanisierung auf das Sozialverhalten von Tieren. Urbane Stressoren wie ständiger Lärm, Licht in der Nacht, versiegelte Flächen, chemische Verschmutzung, zu wenig Rückzug greifen stärker in soziale Beziehungen ein als bisher angenommen. Es geht nicht nur darum, ob Tiere Nahrung finden, sondern darum, ob sie Partner finden, wie sie in Gruppen leben, ob sie konkurrieren oder kooperieren. Und das beeinflusst, ob sie Fressfeinden entkommen oder sich fortpflanzen.
Besonders gut untersucht ist Lärm, der Vogelgesang, Warnrufe und Balzsignale überdecken kann. Über andere Faktoren, etwa Lichtverschmutzung oder neue Begegnungen zwischen Arten, ist weniger bekannt. Mehr als die Hälfte der Studien bezieht sich auf Vögel, andere Tiergruppen wie Reptilien oder Insekten sind weniger gut untersucht. Die Arbeit macht deutlich, dass Verhaltensänderungen den Fortpflanzungserfolg direkt beeinflussen können und langfristig Populationen gefährden. Daraus leiten die Autorinnen Folgerungen für Naturschutz und Stadtentwicklung ab: Städte der Zukunft müssten Lebensräume sein, die nicht nur Menschenbedürfnisse bedienen. Wer das als reinen Ökologieblock abtut, verpasst den gemeinsamen Kern, der in den anderen Themen ständig auftaucht: chronische Stressoren verändern Verhalten und Stabilität, langsam, aber zuverlässig.
Und dann ist da noch das Steuerrecht, scheinbar weit weg von Versorgung, und doch zeigt es denselben Mechanismus von Grenze und Druck. Wenn persönliche Freibeträge nicht mehr ausreichen, um Vermögen innerhalb der Familie steuerfrei zu übertragen, sucht man nach anderen Lösungen. Teure Gelegenheitsgeschenke können als Idee erscheinen, um Schenkungsteuer zu sparen, ein neues Urteil setzt hier vorerst Grenzen. Der Kern ist die Linie zwischen Anstandsgeschenk und steuerbarer Zuwendung: Anlassbezug, Angemessenheit, Bewertung. Für Familien ist das der Versuch, Vermögen innerhalb der Familie zu halten, ohne zusätzliche Belastung. Für die Finanzverwaltung ist es die Frage der Gleichmäßigkeit der Besteuerung und der Missbrauchsabwehr. In knappen Zeiten werden solche Linien nicht weicher, sondern schärfer, weil Ausnahmen sonst wie eine Einladung wirken.
Wenn man all diese Themen nebeneinander legt, entsteht kein glatt poliertes Gesamtkunstwerk, sondern etwas, das sich eher wie Gegenwart anfühlt. In der Pfalz ist die Eingriffsgeschwindigkeit hoch, weil Risiko, Kernpflichten und Verantwortungsbild in einem Fall zusammenfallen. Auf dem Land ist die Geschwindigkeit niedrig, obwohl die Folgen täglich spürbar sind, weil Zuständigkeiten und Lösungen in Jahren gerechnet werden. Bei Adipositas und Diabetes wird klar, wie sehr Biologie und soziale Faktoren gegen die Moralformeln arbeiten, die man gern auf Plakate schreibt. Im Personalthema wird sichtbar, wie dünn die Decke ist, wenn Fachkräfte fehlen und Technologie als Heilsversprechen missverstanden wird. In der Impf-Forschung zeigt sich, dass Prävention nicht nur in Kampagnen, sondern in der Architektur der Immunantwort steckt. Und in der Stadt-Ökologie wird sichtbar, dass Dauerstress Systeme formt, auch dort, wo niemand ihn in Euro oder Fallzahlen abrechnet.
Das ist keine große, runde These. Es ist ein Haufen Realität, die nicht in ein Schema passt, weil sie gerade in verschiedenen Räumen gleichzeitig arbeitet.
An dieser Stelle fügt sich das Bild.
Manchmal sieht man das Ganze, ohne dass jemand es ausspricht: Hier die schnelle Hand des Staates, wenn eine Grenze überschritten ist; dort die langsame Erosion, wenn Zeit, Personal und Nähe fehlen. In beiden Fällen entscheidet nicht die große Parole, sondern die konkrete Mechanik – wer trägt Verantwortung, wer hat Minuten, wer bleibt verbunden. Und genau deshalb wirkt diese Mischung aus Justiz, Medizin, Stoffwechsel, Psyche, Arbeit und Umwelt wie eine einzige Frage mit wechselndem Kostüm: Was hält noch, wenn die Reserven überall dünner werden?
Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Die Gegenwart zeigt ihre Bruchstellen nicht als Explosion, sondern als neue Normalität: ein Betrieb, der nicht weiterlaufen darf, eine Warteschlange, die zur Routine wird, ein Körper, der zurückzieht, eine Seele, die vereinsamt, ein Arbeitsmarkt, der ausdünnt. Wer das ernst nimmt, merkt schnell, dass Stabilität nicht aus Symbolen entsteht, sondern aus verlässlichen Ketten von Verantwortung, Zeit und Bindung – und dass jede fehlende Verbindung an anderer Stelle Druck erzeugt.
Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Zwischen Eingriff, Personalmangel und Prävention wird sichtbar, wie rasch Versorgung kippt, wenn Verantwortung, Zeit und Verbundenheit gleichzeitig dünn werden.
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