• 11.02.2026 – Retaxrisiken treffen Apotheken, Digitalstörungen treffen Versorgung, Preisdruck trifft Innovation.

    ARZTPRAXIS | Medienspiegel & Presse | Ein Überblick über Retax-Entscheidungen, Digitalpläne, Dokumentationskonflikte, Rezepturrecht, Lieferwege und Preisrisiken mit Blick ...

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DocSecur® Nachrichten - APOTHEKE:


APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |

Retaxrisiken treffen Apotheken, Digitalstörungen treffen Versorgung, Preisdruck trifft Innovation.

 

Retax-Urteile, TI-Stabilität und Arzneimittelpreise verschieben Risiko, Abläufe und Zugang in der Versorgung.

Stand: Mittwoch, 11. Februar 2026, um 20:16 Uhr

Apotheken-News: Bericht von heute

Ein Tag TI-Ausfall reicht, um in den Offizinen aus einer Routine wieder eine Improvisation zu machen: Patient steht da, Rezept liegt digital vor, nur der Weg durch die Infrastruktur klemmt. Genau an dieser Sollbruchstelle setzt Nina Warken an, wenn sie das System entschlacken, Betreiberregeln schärfen und der Gematik mehr Durchgriff geben will – nicht als Technikspiel, sondern als Versorgungsversprechen, das im Alltag belastbar sein muss. Parallel zeigt der Blick in die Sozialgerichtsbarkeit, wie hart Recht und Vertrag wirken, wenn Versorgung außerhalb der zugelassenen Strecken passiert: Zwei sächsische Zyto-Fälle enden nach BSG nun auch vor dem Bundesverfassungsgericht ohne Erfolg, weil die Beschwerden die Grundrechtsverletzung nicht ausreichend begründet haben, und die Exklusivität der damaligen Verträge in den Materialien eher gestützt als relativiert wird. Es ist derselbe Grundton, den man in kleineren, aber operativ giftigen Retax-Konflikten wiederhört: Wenn bei Hochpreisern angeblich Chargen im Datensatz fehlen, wird aus einer Dokumentationsfrage plötzlich eine Vollabsetzung, die in der Apotheke nicht wie ein Fehler wirkt, sondern wie eine Abrisskante im Zahlungsstrom. Der Inhaber in Hessen beschreibt standardisierte Abläufe, Scans, Securpharm, Nachmeldbarkeit – die Kasse verweist auf eingegangene Daten und rät zum Softwarehaus, während Verbände den Schaden und die Arzneimittelsicherheitsrelevanz bestreiten und die Politik Nullretaxationen begrenzen will. In dieselbe Richtung weist das Rezeptur-Urteil aus Kassel, diesmal zugunsten der Apotheken: Packungen von Fertigarzneimitteln und auch von Hilfs- und Ausgangsstoffen dürfen nach Arzneimittelpreisverordnung vollständig abgerechnet werden, nicht nur in Teilmengen – der DAV liest daraus nicht nur Rechtssicherheit, sondern auch einen Rückzahlungsanspruch auf einbehaltene Abschläge. Und weil Versorgung nicht nur aus Recht und Daten besteht, taucht im Hintergrund ein anderes Bild auf: In Dessau wird getestet, wie Drohnen Medikamente in der Palliativversorgung bringen könnten, dort, wo Nacht, Wochenende und Entfernung die klassische Botentour ausdehnen oder brechen. Gleichzeitig rücken globale Preisbewegungen näher an die deutsche Verfügbarkeit: TrumpRx soll US-Preise stärker an Referenzländern ausrichten, Deutschland gilt dabei als Benchmark, und Pharma Deutschland warnt vor strategischen Verschiebungen, die Innovationen später oder gar nicht mehr nach Europa bringen könnten. Im BMG klingt das wie eine Dauerbaustelle mit Zeitdruck: Thomas Müller beschreibt ein strukturelles GKV-Defizit, das jährlich größer zu werden droht, plus die Notwendigkeit, versicherungsfremde Leistungen anders zu finanzieren, Lieferpflichten zu differenzieren, Rabattverträge nicht wieder zu verengen und das AMNOG-Verfahren dort zu vereinfachen, wo es dysfunktional wird. Und auf der medizinischen Seite liefert eine Statin-Studie einen präziseren Mechanismus für Muskelschmerzen: Atorvastatin kann an RyR1 binden, Calcium-Lecks auslösen, Stress in Muskelzellen erzeugen – ein Detail, das in der Beratung später als Satz mehr Klarheit geben kann, ohne dass man Nebenwirkungen wegwischen oder dramatisieren muss.

 

Ein TI-Ausfall wirkt auf dem Papier wie ein Technikproblem, in der Offizin ist er ein Versorgungsabbruch im Kleinen. Da steht jemand am HV, das E-Rezept ist da, die Erwartung ist da – und plötzlich ist das System nicht mehr die unsichtbare Strecke, sondern ein Hindernis, das Zeit frisst und Vertrauen kostet. Genau deshalb landet Warkens Satz nicht bei „Digitalisierung“, sondern bei Stabilität: weniger Komponenten, weniger Kaskaden, klarere Betreiberpflichten, mehr Durchgriff. Das klingt nach Verwaltung, ist aber im Alltag eine Frage, ob Routine wieder Routine sein darf.

In diese technische Nervosität fällt ein zweiter Druckpunkt, der gar nicht digital ist: Geld. Thomas Müller beschreibt das GKV-Defizit nicht als einmalige Delle, sondern als wiederkehrende Baustelle – jedes Jahr ein neues Loch, jedes Jahr die Frage, wie lange man die Beiträge noch hochziehen kann, ohne dass Standort und Lohnnebenkosten zum Bremsklotz werden. Wenn dann noch versicherungsfremde Leistungen im System mitlaufen, wird aus „wir müssen sparen“ schnell „wir schieben nur“, und genau diese Verschiebung ist das Gift, das sich am Ende in allen Sektoren absetzt: bei Ärzten, bei Apotheken, in der Pflege.

Und dann kommt die juristische Realität, die sich nicht für Empfinden interessiert. Zwei Zyto-Fälle aus Sachsen zeigen, wie hart Vertrag und Rechtsprechung greifen, wenn Versorgung außerhalb der zugelassenen Strecken stattfindet. Einmal Open-House bei der IKK classic, dem nicht beigetreten wurde – trotzdem Versorgung, später 44.000 Euro Retax. Einmal Barmer-Exklusivverträge, bewusst ignoriert – 49.000 Euro Retax. Nach dem BSG sollte Karlsruhe die letzte Hoffnung sein; das Bundesverfassungsgericht nimmt die Beschwerden nicht zur Entscheidung an, weil die Darlegung nicht trägt. Und das ist der nüchterne Kern: Nicht das „horrende“ Volumen entscheidet, sondern ob jemand plausibel zeigen kann, wo Grundrechte verletzt sind – und warum die Auslegung des BSG unvertretbar sein soll.

Interessant ist dabei der Blick zurück auf die Übergangszeit, weil sie wie ein Brennglas wirkt. Zyto-Ausschreibungen wurden 2017 abgeschafft, Exklusivverträge in Sterilrezepturen sollten nicht mehr sein, das AM-VSG öffnete den Markt wieder – und doch unterstreicht gerade die Übergangslogik, wie ernst der Gesetzgeber die Exklusivität zuvor genommen hat. Wer sich darauf nicht sauber bezieht, verliert nicht nur den Streit, sondern auch das Argument, das man später für Reformen bräuchte: dass Regeln zwar geändert wurden, aber nicht rückwirkend entwertet werden dürfen.

Auf der anderen Seite steht ein Urteil aus Kassel, das Apotheken Rückenwind gibt, weil es eine lange Unklarheit beendet. Bei Rezepturen dürfen nicht nur komplette Packungen von entnommenen Fertigarzneimitteln abgerechnet werden, sondern auch komplette Packungen von Arznei- und Hilfsstoffen, wenn sie benötigt wurden – Preisbildung nach Arzneimittelpreisverordnung, einheitlich, ohne die Trennung in „Teilmenge ja, Packung nein“, die viele Retaxationen überhaupt erst ausgelöst hat. Der DAV macht daraus mehr als Erleichterung: Wenn Kürzungen ungerechtfertigt waren, müssen Kassen zurücknehmen – und der einbehaltene Abschlag wird zur Rückzahlungsfrage.

Fast schon paradox ist, wie schnell aus „Daten“ dann wieder „Geld“ wird. Die Chargenübermittlung, eigentlich als Sicherheits- und Nachverfolgbarkeitsinstrument gedacht, gerät in der Praxis zur Retaxwaffe, vor allem bei Hochpreisern. Der Fall aus Hessen zeigt diese typische Kollision: Apotheke beschreibt einen sauberen Warenwirtschafts- und Abgabeprozess mit Scanstrecken, Securpharm, Nachweisbarkeit; die Kasse verweist auf den elektronischen Abrechnungsdatensatz, dort sei keine Charge angekommen, also Vollabsetzung. Dann beginnt das Dreieck, das niemand liebt: Softwarehaus, Abrechnungszentrum, Kasse – und am Ende steht eine Nullretax, die sich für die Apotheke nicht wie Fehlerkorrektur anfühlt, sondern wie ein abrupter Entzug des kompletten Zahlungsanspruchs. Dass politisch darüber gesprochen wird, Nullretaxationen in solchen Fällen künftig auszuschließen oder auf das Honorar zu begrenzen, kommt nicht aus Mitleid, sondern aus der Einsicht, dass man sonst eine Sicherheitsnorm in eine Liquiditätsfalle verwandelt.

Während innen Technik- und Rechtskanten scharf werden, drücken außen globale Preisbewegungen. TrumpRx ist nicht einfach ein US-Programm, das weit weg passiert; es ist ein Signal an alle, die Preise und Launch-Strategien planen. Wenn die USA sich über ein Referenzprinzip stärker an Ländern wie Deutschland orientieren und gleichzeitig der US-Preis geschützt werden soll, entsteht ein Anreiz, niedrige Referenzen zu vermeiden – und das kann bedeuten, dass Innovationen später kommen oder an Europa vorbeigeplant werden. Pharma Deutschland formuliert das als Warnung: Marktmacht, Exportintensität, Tempo der Umsetzung – und schon jetzt der Hinweis, dass es Medikamente mit Breakthrough-Status gibt, die in den USA verfügbar sind, aber nicht in Deutschland. Das ist nicht die große Katastrophenformel, sondern ein leiser Hinweis darauf, wie schnell „Preislogik“ zur „Verfügbarkeitslogik“ wird.

Zwischen all diesen harten Linien liegt noch ein Feld, das fast freundlich wirkt und trotzdem ernst ist: der Versuch, Versorgungslücken praktisch zu schließen. Drohnenlieferungen in der Palliativversorgung klingen futuristisch, sind aber im Kern eine Antwort auf die Uhrzeit: Nachmittag, Wochenende, Nacht – genau dort, wo Wege länger werden und Personal dünner. Dass dafür Genehmigungen nötig sind, dass am Boden geschultes Personal stehen muss, dass die Technik aus Berlin gesteuert wird – das sind keine Nebensätze, das sind die Hürden, an denen aus einer Vision entweder Regelbetrieb wird oder ein dauerhaftes Pilotprojekt bleibt.

Und dann gibt es noch die Ebene, auf der Beratung wieder Stoff bekommt, statt nur Warnhinweise: die Statin-Studie, die einen Mechanismus für Muskelschmerzen präziser beschreibt. Atorvastatin, RyR1, Calcium-Leckstrom, oxidativer Stress – das ist nichts, was man am HV in Fachbegriffen ausrollt. Aber es ist ein Baustein, der erklärt, warum manche Betroffene diese diffuse Muskelproblematik erleben und warum es genetische Anfälligkeiten geben kann. Solche Mechanik ist nicht dazu da, Angst zu machen; sie ist dazu da, den Satz „das kann passieren“ endlich mit einer nachvollziehbaren Logik zu hinterlegen.

Wenn man diese acht Stränge zusammennimmt, bleibt ein Bild, das nicht nach „Themenmix“ aussieht, sondern nach einer gemeinsamen Naht: Versorgung hängt nicht an einer Stellschraube, sondern an Strecken, die gleichzeitig laufen müssen – Vertragstreue, Datentreue, Techniktreue, Preislogik, Lieferweg. Sobald eine Strecke kippt, wird der Rest nicht automatisch stärker, sondern oft nur lauter.
 
 

An dieser Stelle fügt sich das Bild.

Acht Meldungen laufen nicht nebeneinander, sie drücken an derselben Naht – dort, wo Verträge, Technik, Dokumentation und Preise gleichzeitig über Versorgung entscheiden.

Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Wer heute Versorgung stabilisieren will, muss Rechtsspur, Datenspur und Lieferweg so bauen, dass sie auch unter Druck nicht gegeneinander arbeiten, sondern den Alltag tragen. Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt.

Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Im Fokus steht, wo Systemregeln im Apothekenalltag Zahlungen, Abläufe und Zugang spürbar verschieben.

 

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