• 01.02.2026 – Bundesrat stärkt Apotheken, Regierung bremst Honorar, Pharmacy First rückt näher.

    ARZTPRAXIS | Medienspiegel & Presse | Nach dem Bundesratsvotum zur Apothekenstärkung stehen Bundesregierung und ABDA vor der Frage, wie Honorar, PTA-Vertretung, Zweigapothe ...

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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |

Bundesrat stärkt Apotheken, Regierung bremst Honorar, Pharmacy First rückt näher.

 

Länder fordern mehr Honorar und klare Regeln, doch Berlin zögert, während Protest, Rollenfragen und Zahlenbilder den Druck auf die Vor-Ort-Apotheken erhöhen.

Stand: Sonntag, 01. Februar 2026, um 15:38 Uhr

Apotheken-News: Bericht von heute

Der Bundesrat setzt einen Kontrapunkt zur Berliner Bremse: Die Länder fordern eine echte Stärkung der Vor-Ort-Apotheken, mit mehr Honorar, ohne PTA-Vertretung als vermeintliche Lösung und ohne eine Zweigapotheken-Konstruktion, die Schließungen nur verwaltet. Doch die Bundesregierung signalisiert erst einmal Nein zum Geld, während die ABDA den Frühlingsprotest anstößt und zugleich beweisen muss, dass aus Plakat-Symbolik eine belastbare Strategie wird. Im Hintergrund wächst der Druck durch Pharmacy-First-Debatten, die Aufgaben verschieben können, wenn Zuständigkeit, Haftung und Vergütung nicht vorab geklärt sind. Parallel kippt das Zahlenbild: Wenn in großen Medien aus Rx-Umsatz ein angebliches „Verdienen“ von 60 Milliarden Euro wird, wirkt jede Honorarfrage wie Gier, obwohl es in der Fläche um Vorfinanzierung, Personal, Dokumentation und Retax-Risiko geht. So treffen politische Steuerung, öffentliche Wahrnehmung und Versorgungsrealität in einer Woche aufeinander, in der jede falsche Rahmung spätere Entscheidungen teurer macht.

 

Nach der Abstimmung im Bundesrat zeichnen die Länder eine klare Linie: Apotheken sollen nicht kosmetisch, sondern materiell gestärkt werden. Der Forderungsrahmen wirkt wie eine Dreiklammer, die in Berlin kaum zu überhören ist: Honorar rauf, keine Öffnung der PTA-Vertretung, keine Zweigapotheken-Regel, die als Ersatz für echte Strukturstärkung verkauft wird. Hinter der Formel steckt eine Lesart, die für die Fläche entscheidend ist: Wenn Versorgung politisch beschworen wird, muss sie sich in Zuständigkeiten, Personalregeln und Geld abbilden – sonst bleibt sie Rhetorik.

Dem steht die Bundeslinie gegenüber: erst einmal keine Honorarerhöhung. Genau dort beginnt der eigentliche Konflikt, weil er nicht abstrakt ist, sondern betriebswirtschaftlich täglich sichtbar. Der Bund kann den Ländern die Systemrelevanz der Apotheken nicht gleichzeitig attestieren und beim Honorar so tun, als sei die Belastung eine Verhandlungssache für später. Wer das Thema verschiebt, verschiebt nicht nur Geld, sondern Verantwortung: Die Last bleibt in der Offizin, die Erklärarbeit in der Fläche – und die politischen Folgekosten kommen zeitverzögert als Versorgungsbruch zurück.

Die ABDA reagiert, die Tonlage im Rohmaterial ist bewusst spöttisch: Sturm, Frühlingsprotest, Plakate, Wind. Das ist weniger Spott über Protest an sich als über die Frage, ob der Protest die richtige Flughöhe trifft. Wenn die Basis das Gefühl bekommt, man „hängt etwas in den Wind“, entsteht ein doppelter Schaden: Politisch wirkt es leicht abräumbar, intern wirkt es wie ein Ersatzritual, das die eigentliche Machtfrage um Vergütung und Aufgabenverteilung umkreist, aber nicht stellt. Die Andeutung, da solle noch mehr kommen, setzt den Erwartungsdruck: Sichtbar wird am Ende nicht, ob man protestiert, sondern ob man Druckpunkte benennt, Zeitfenster nutzt und Eskalation nicht nur ankündigt, sondern plausibel macht.

These: Die Apothekenpolitik kippt gerade in eine gefährliche Schieflage. Der Kern ist nicht die einzelne Bundesratsforderung, sondern die Mechanik dahinter: Länder signalisieren Stärkung, der Bund bremst beim Honorar, die Standesvertretung sucht die Protestform, während gleichzeitig ein neues Rollenbild droht, das Aufgaben aus der ärztlichen Primärversorgung in die Apotheke verschiebt. Wenn diese drei Bewegungen nicht sauber zusammengeführt werden, entsteht eine Schieflage: Mehr Verantwortung ohne klare Zuständigkeit, mehr Erwartung ohne passende Vergütung, mehr Symbolik ohne Strategie.

„Pharmacy First“ ist im Rohmaterial kein Lifestyle-Begriff, sondern eine Vorwarnung: Da könnte etwas kommen, das Apotheken als erste Anlaufstelle für definierte Beschwerden oder Versorgungsschritte positioniert. Die naheliegende Verlockung ist die Erzählung von Entlastung der Arztpraxen; die Gefahr ist die stillschweigende Verlagerung von Systemlast. Wenn ein solches Modell kommt, wird es nur dann eine Stärkung, wenn drei Dinge vorher festgezurrt sind: Was genau soll die Apotheke leisten, was nicht; wie wird Qualität und Haftung geregelt; und vor allem: Welche Vergütung steht hinter der neuen Pflicht. Ohne diese Klammer wird aus „First“ eine politische Abkürzung: Man spart an anderer Stelle und erwartet, dass die Apotheke es auffängt.

Ein mögliches Gegenargument lautet: Der Bund kann nicht einfach Honorar erhöhen, weil jedes Plus sofort in die GKV-Kosten durchschlägt, und weil eine Vergütungsanpassung ohne Strukturreform als blanker Scheck wirkt. Zudem könnte die Bundesregierung kalkulieren, dass Proteste zwar laut sind, aber kurz – und dass man bis zur nächsten Haushaltsrunde Zeit gewinnt. Dieser Einwand ist ernst zu nehmen, weil er die politische Rationalität beschreibt: Geld wird nicht nur nach Bedarf verteilt, sondern nach Steuerbarkeit, Messbarkeit und Koalitionsfähigkeit.

Genau hier beißt sich die Logik: Wenn der Bund Honorar bremst und gleichzeitig – direkt oder indirekt – neue Aufgabenmodelle zulässt, dann entsteht die klassische Verschiebung von Risiken nach unten. Die Apotheke soll im Alltag mehr abfangen, aber die Finanzierung bleibt „später“, und die Haftung bleibt im Jetzt. Das ist die Konstellation, in der Systemlast nicht als Schlagzeile auftaucht, sondern als tägliche Reibung: mehr Rückfragen, mehr Zeit, mehr Dokumentation, mehr Erwartung der Patienten, und am Ende mehr Konflikt mit Kassen, Ärzteschaft und Politik, weil Grenzen unscharf bleiben.

Die Landapothekerquote aus Meck-Pomm wirkt wie ein pragmatischer Hebel, aber das Rohmaterial setzt bewusst das Warnschild: Kleingedrucktes. Denn Quotenmodelle erzeugen schnell zwei Wahrheiten: Die Politik verkauft Nachwuchsgewinnung, die Betroffenen erleben Bindung. Entscheidend sind nicht die Überschriften, sondern die Bedingungen: Wie lange bindet man sich, was passiert bei Abbruch, welche Rückzahlungsmechaniken greifen, wie wird die Lebensrealität von jungen Pharmazeuten berücksichtigt, die nicht nur einen Arbeitsort wählen, sondern eine Familie, eine Pendelstrecke, eine Perspektive. Wenn das nicht fair austariert ist, wird die Quote zum Symbol dafür, dass man Landversorgung nicht attraktiv macht, sondern vertraglich erzwingt – und genau das kann Nachwuchs auch abschrecken.

Die Zahl aus der ZEIT ist im Rohmaterial als Reizobjekt gesetzt: Apotheken „verdienen“ angeblich 60 Milliarden Euro mit Rx. Das trifft den Nerv, weil es im öffentlichen Diskurs oft keinen Unterschied zwischen Umsatz, Durchlaufposten und Ertrag gibt. Der Effekt ist vorhersehbar: Wer so eine Zahl hört, fragt nicht nach Kostenblöcken, Personal, Retaxrisiken, Lieferengpässen oder Vorfinanzierung, sondern denkt an „fette Marge“. Damit wird Honorarpolitik nicht leichter, sondern härter: Jede Forderung nach Anpassung sieht dann aus wie Gier, selbst wenn sie betriebswirtschaftlich die Sicherung der Grundfunktion meint.

Aus dem falschen Zahlenrahmen entstehen Governance-Nebenwirkungen. Kassen und Politik bekommen Argumentationsmunition gegen Honorar, weil „es ja schon reicht“. Die öffentliche Meinung wird anfälliger für Ersatzmodelle: Versand, Zweigapotheken-Konstruktionen, Delegationslösungen, die vor Ort wie Entwertung wirken. Und die Standesvertretung gerät in eine Kommunikationsfalle: Wer nur widerspricht, klingt defensiv; wer zu technisch erklärt, verliert Reichweite; wer zuspitzt, riskiert die nächste Empörungswelle. Das ist Systemlast auf der Kommunikationsebene – nicht als Zusatzaufgabe, sondern als Dauerzustand.

An dieser Stelle kehrt die Argumentation zum Ausgangspunkt zurück: Das Bundesratsvotum ist eine Chance, aber es ist keine Garantie. Die Länder können fordern, die Bundesregierung kann vertagen, und die ABDA kann protestieren – und trotzdem bleibt am Ende alles beim Alten, wenn keine Kette entsteht, die Forderungen, Rollenbild und Finanzierungslogik verbindet. Der eigentliche Prüfstein ist, ob die ABDA Pharmacy-First nicht als Slogan behandelt, sondern als Verhandlungsvorlage: mit klaren Grenzen, klaren Haftungswegen, klarer Vergütung und einem Zeitplan, der nicht nur auf Protesttermine schaut, sondern auf Haushaltsfenster und Gesetzgebungsrhythmen.

Unklar bleibt, wie die Bundesregierung die Länderforderung formal weiterbehandelt und ob sie das Honorar-Thema in eine größere Reformpackung schiebt, um Zeit zu gewinnen. Unklar bleibt auch, ob die PTA-Vertretungsfrage als Symbol für Qualität/Patientensicherheit genutzt wird oder als Hebel für Flexibilisierung, die in der Fläche anders gelesen wird als in Berlin. Und offen ist, ob Zweigapotheken-Regeln als „Versorgungsinnovationen“ verkauft werden, obwohl sie in Wahrheit nur die Schließungspolitik verwalten, statt sie zu stoppen. Schließlich bleibt offen, ob die Landapothekerquote wirklich ein Attraktivitätsprogramm wird oder ein Bindungsprogramm – und ob die öffentliche Debatte über Rx-Zahlen sich versachlicht oder weiter entgleist.

An dieser Stelle fügt sich das Bild.

Man kann das Votum der Länder als Momentaufnahme lesen, doch es ist eher ein Riss im Drehbuch: Auf der Bühne wird Stärkung versprochen, hinter der Bühne bleibt die Kasse verschlossen, und in der Offizin wird die Lücke jeden Tag mit Zeit, Personal und Improvisation gefüllt. Protest ist dann nicht nur Lautstärke, sondern die Frage, ob jemand die Kette benennt, die alles verbindet: Rolle, Regeln, Geld. Wer Pharmacy First nur als Schlagwort sieht, übersieht die stille Zumutung, dass Aufgaben wandern, bevor Verantwortung und Vergütung nachziehen.

Am Ende entscheidet sich die Lage nicht an einem Plakat oder an einer Zahl, sondern daran, ob die Profession ihre Grenze sauber zieht und zugleich ein Angebot formuliert, das politisch anschlussfähig ist. Ein Honorarstreit lässt sich vertagen, eine Rollenverschiebung nicht: Wenn Apotheken zur ersten Adresse gemacht werden, ohne dass Haftung, Dokumentationslast und Finanzierung mitwandern, wird aus Stärkung ein Verschleißprogramm. Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Die Länder haben einen Impuls gesetzt, aber der nächste Schritt muss die Mechanik offenlegen: Wer bestellt Leistung, wer trägt Risiko, und wer bezahlt am Ende die Reibung, die heute nur leise knirscht.

Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Der rote Faden bleibt, ob Honorar, Rollenmodell und öffentliche Zahlenbilder zusammengeführt werden oder gegeneinander arbeiten.

 

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