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Sehr geehrte Ärzte,
hier ist der vollständige Text für Sie:
APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Stand: Freitag, 30. Januar 2026, um 20:19 Uhr
Apotheken-News: Bericht von heute
Der Markt verlagert den Erstkontakt in digitale Auswahlarchitekturen, während Vor-Ort-Apotheken im Non-Rx-Geschäft spürbar Stückzahlen verlieren und Rohertragslücken tragen, die sich nicht mehr als kurze Delle erklären lassen, zugleich bleibt die politische Anpassung der Vergütung aus und macht aus Zusagen eine offene Rechnung, die in den Ländern bereits in Schließungszahlen sichtbar wird, parallel ziehen Gerichte Grenzen gegen Cannabis-Angebote, die Behandlung in Bestelllogik übersetzen, während neue Evidenz zu Metformin und Long COVID Hoffnung weckt, aber sauberes Timing und klare Indikation verlangt, die EMA eine Ausweitung beim Adrenalin-Nasenspray vorbereitet und damit Notfallabläufe organisatorisch nachschärft, Hilfsstoffe in der Offizin vom technischen Detail zum Konfliktthema werden und Studien zu Cannabis bei Migräne Wirksamkeit zeigen, aber Nebenwirkungen als reale Versorgungsgrenze markieren, sodass sich Systemlast nicht als Schlagzeile, sondern als tägliche Reibung aufbaut.
Im Non-Rx-Geschäft kippt gerade nicht ein einzelner Monat, sondern die Grundstatik. 2025 zeigt bei Rx ein Umsatzplus von 6,8 Prozent bei praktisch stehenden Stückzahlen von 0,2 Prozent, während Non-Rx beim Umsatz leicht nachgibt, aber beim Absatz spürbar fällt, minus 3,8 Prozent. Der Rückblick auf 2019 verschärft das Bild: OTC verliert 7,5 Prozent Stückzahlen, obwohl der Umsatz 11,2 Prozent höher liegt. Das ist die Mechanik, die in der Fläche weh tut, weil sie nicht nach Krise aussieht, sondern nach schleichender Umverteilung: Preiseffekte, Sortimentsverschiebungen, weniger Packungen, weniger Frequenz, weniger spontane Mitnahme, weniger Ertrag pro geöffnetem Tag. Gleichzeitig wächst der Versand schneller und zieht stückbezogen im OTC-Markt auf rund ein Viertel. Hinter dieser Zahl steht nicht nur Wettbewerb, sondern ein struktureller Packungsabfluss, der sich als Dauerzustand einfrisst, in Größenordnungen, die man als betriebliche Last spürt: eine rechnerische Lücke von rund 18.000 Non-Rx-Packungen je Betrieb, die im Ertragsband von 4,00 bis 4,50 Euro pro Stück zu einem jährlichen Fehlbetrag führt, der Personalplanung, Öffnungszeiten und Investitionsfähigkeit direkt berührt.
Diese Verschiebung wirkt deshalb so hart, weil sie auf eine Fläche trifft, die selbst dünner wird. Wenn die Zahl der Apotheken von 20.249 Ende 2015 auf 16.601 Ende 2025 sinkt, entsteht ein Rechentrick, der sich kurzfristig beruhigend anfühlt: Pro Betrieb sieht der OTC-Umsatz besser aus, obwohl die Fläche schrumpft. Genau diese Beruhigung ist der Friedhofseffekt, weil er die Systemfrage überdeckt: Wie viele Standorte braucht man, damit Versorgungspuffer nicht nur auf dem Papier existieren, sondern im Alltag. Sobald die Dichte sinkt, wird jede einzelne Störung teurer, weil sie nicht mehr durch Nachbarstandorte abgefedert wird, sondern in Wegezeiten, Wartezeiten, Notdienstbelastung und Konflikte ausweicht.
In Hessen wird dieser Strukturverlust als Jahresbilanz sichtbar. 34 Schließungen bei zwei Neueröffnungen, 1.273 Apotheken zum Jahresende 2025, mehr als ein Viertel Rückgang über 15 Jahre. Die Gründe werden nicht als Einzelfallpsychologie beschrieben, sondern als Rahmenproblem, das sich über Jahre aufbaut. Das Packungshonorar ist seit 2013 nicht angepasst, während Kostenlinien in eine andere Richtung laufen. In so einem Umfeld wird jede zusätzliche Pflicht zur echten Frage nach Tragfähigkeit. Wenn dann politisch eine Erwartungsmarke wie 9,50 Euro in den Raum gestellt wird, aber die Umsetzung ausbleibt, entsteht eine Governance-Lücke: Zusagen erzeugen Erwartung, Erwartung ersetzt keine Liquidität, und die Fläche muss trotzdem entscheiden, ob sie Personal hält, Stunden ausweitet, Technik erneuert oder Reserven aufbraucht. Das ist nicht nur ein Vergütungsstreit, sondern ein Problem von Verantwortungszuordnung, weil Lasten real anfallen, während Entlastung in der Zeitform „wird kommen“ bleibt.
In Bielefeld wird die gleiche Mechanik auf kommunaler Ebene greifbar. Ein Stadtteil, der von vier Apotheken auf eine fällt, verliert nicht nur Adressen, sondern Ausweichrouten. Wenn dann eine Oberbürgermeisterin die verbliebene Apotheke besucht, ist das nicht Symbolpolitik, sondern ein Versuch, die Daseinsvorsorgefrage aus der Statistik in die Praxis zu holen. Dort verdichten sich die Konfliktpunkte, die bundespolitisch oft auseinandergeredet werden: die ausstehende Fixumanpassung, die Reformlogik, die Frage der Präsenzpflicht und die rechtliche Absicherung der Preisbindung. Sobald Präsenzpflicht und Preisbindung als variable Größen im Raum stehen, verschiebt sich die Ordnungsvorstellung von Versorgung. Es geht dann nicht mehr nur um Ertrag, sondern um das Regelversprechen, dass Arzneimittelversorgung nicht in Krisen zu Preissuche und Improvisation wird. Die Forderung, dass auch ausländischer Versand an dieselben Regeln gebunden sein soll, ist in diesem Kontext kein Reflex, sondern eine Steuerungsfrage: Ein Regime, das Pflichten ungleich verteilt, produziert zwangsläufig Ausweichstrategien, und die Folgekosten landen bei denen, die nicht ausweichen können.
Diese Folgekosten zeigen sich besonders deutlich dort, wo digitale Geschäftsmodelle Behandlungslogik und Bestelllogik ineinander schieben. Bei den Cannabis-Fragebogen-Plattformen ist genau das der Konfliktkern: Eine Oberfläche, die Auswahl, Geschwindigkeit, Sorten- und Preisinszenierung nach vorn zieht, bevor medizinische Kriterien sauber geführt sind. Wenn dann Gerichte Werbung für telemedizinische Verschreibungen ohne unmittelbaren persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt untersagen und zugleich konsumorientierte Bestelloptik, sorten- und wirkbezogene Darstellung gegenüber Verbrauchern sowie unbelegte Wirkversprechen beanstanden, ist das eine Grenzziehung gegen eine Architektur, die Therapie in Checkout übersetzt. Der entscheidende Punkt für die Fläche ist dabei weniger der Beschluss selbst als die Verantwortungskette, die solche Architekturen erzeugen: Erwartungshaltungen entstehen digital, Konflikte werden analog ausgetragen, Abgrenzung, Aufklärung und Fehlerfolgen landen im Betrieb.
Parallel laufen medizinische Signale auf, die politisch und versorgungspraktisch sofort Anschlussdruck erzeugen. Metformin als möglicher Schutz vor Long COVID ist so ein Signal: Evidenzbündel aus randomisierten, placebo-kontrollierten Studien und Aktenanalysen, dazu eine plakative Größenordnung, die Aufmerksamkeit bindet. Genau hier wird die Mechanik heikel, weil aus einer statistischen Aussage schnell eine Erwartung wird, die in der Praxis zu falschen Schlussfolgerungen führt. Es braucht Indikationsklarheit, Timing, Zielgruppenschärfe, und es braucht eine Kommunikationsordnung, die verhindert, dass eine Forschungsbotschaft zu einem Automatismus wird, der dann wieder im Betrieb abgefangen werden muss. Das Thema ist damit nicht nur medizinisch, sondern auch governance-getrieben: Wer setzt Kriterien, wer trägt Haftung, wer verhindert, dass Hoffnung in Selbstlogik kippt.
Ähnlich ist es bei der Notfallversorgung, nur noch unmittelbarer. Wenn der CHMP der EMA empfiehlt, die Gewichtsgrenze für ein Adrenalin-Nasenspray von 30 kg auf 15 kg abzusenken und dafür eine neue Wirkstärke von 1 mg statt 2 mg nötig wird, ist das eine Versorgungsverschiebung mit Prozessfolgen. Der regulatorische Schritt muss noch von der Europäischen Kommission geprüft werden, und die Marktrealität hängt am Hersteller, doch der Erwartungsraum entsteht sofort: Welche Stärke ist verfügbar, wer lagert was, wer schult wen, wie verhindert man Fehlanwendung in Stresssituationen. Gerade weil es sich um ein Einzeldosisgerät handelt und vor der Anwendung kein Probestoß erfolgen darf, entscheidet die organisatorische Qualität darüber, ob ein Produktvorteil in der Praxis trägt oder in Verwechslung und Unsicherheit endet. Das ist Systemlast als Ablauf, nicht als Debatte.
Während diese großen Linien laufen, wächst im Alltag eine Reibungsfläche, die oft unterschätzt wird, aber Beratung und Akzeptanz dauerhaft bindet: Hilfsstoffe. Lactose, Titandioxid, „zusatzstofffrei“ als Marketingclaim, dazu die Verschiebung der Wahrnehmung seit dem Titandioxid-Verbot in Kosmetika. Was technologisch funktional ist, wird im Kundengespräch schnell moralisch oder gefühlt. Die Grenze verläuft dann nicht zwischen wahr und falsch, sondern zwischen herstellbarer Stabilität und gesellschaftlicher Erwartung. Wenn Patientinnen und Patienten Hilfsstoffe als Ausschlusskriterium setzen, entsteht Umstellungsdruck, der nicht immer durch echte Alternativen gedeckt ist, und die Entscheidungslast verschiebt sich wieder in den Betrieb: erklären, beruhigen, abgrenzen, ohne zu bagatellisieren, und ohne in eine Ersatzdebatte zu rutschen, die am Kern der Therapie vorbeigeht.
Bei Migräne und Medizinalcannabis wird diese Abwägung besonders sichtbar, weil Wirksamkeit und Nebenwirkung im gleichen Moment auftreten. Eine randomisierte, placebo-kontrollierte Cross-over-Studie mit 73 Teilnehmenden und 247 Attacken zeigt für eine THC-CBD-Kombination Vorteile bei Schmerzlinderung, Schmerzfreiheit und Freiheit von belastenden Begleitsymptomen, während CBD-dominante Varianten keine Endpunkte erreichen und THC-dominant begrenzt bleibt. Gleichzeitig treten sehr häufig Schläfrigkeit, Euphorie und kognitive Beeinträchtigung auf. Das ist keine Fußnote, sondern der Punkt, an dem Versorgung in Alltagstauglichkeit übersetzt werden muss: Arbeit, Verkehr, Entscheidungsfähigkeit, Risikoabschätzung. Der Druck entsteht dadurch, dass Nachfrage sich an Wirksamkeit entzündet, während die Grenze oft an Nebenwirkungen verläuft, und diese Grenze muss praktisch kommuniziert werden, ohne dass daraus entweder Verharmlosung oder pauschale Abwehr wird.
Wenn man diese acht Linien zusammennimmt, entsteht kein Sammelsurium, sondern ein Muster: Marktlogik zieht Kontaktpunkte nach vorn in digitale Auswahl, Politik addiert Pflichten und verschiebt Entlastung, Recht zieht Grenzen gegen Geschäftsarchitekturen, Medizin liefert neue Signale mit sofortigem Erwartungsdruck, und die Fläche soll das alles im Tagesbetrieb zusammenhalten. Die Systemlast ist dabei nicht der große Knall, sondern die Summe kleiner, dauerhafter Entscheidungen, die immer weniger Puffer haben, weil die Fläche ausdünnt, während Anspruch und Komplexität steigen.
An dieser Stelle fügt sich das Bild.
Zwischen Marktverschiebung und Regulierungsdruck entsteht eine stille Prüfzone: Was trägt Versorgung, wenn Kontaktpunkte digital vorgelagert werden, Erträge wegbrechen und Verantwortung nicht sauber mitwandert. Der Betrieb hält dann nicht „gegen“, er kompensiert, Satz für Satz im Alltag, mit Beratung, Abgrenzung, Notfalllogik und Personaldisziplin. Je länger diese Kompensation als Normalzustand läuft, desto eher wird sie unsichtbar, und genau darin liegt die Gefahr: Unsichtbarkeit macht Belastung politisch bequem und betrieblich zerstörerisch. Wenn die Ordnung nicht nachzieht, wird der Alltag zur Instanz, die Fehler ausgleicht, bis kein Ausgleich mehr da ist.
Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Was hier zusammenläuft, ist kein Nebengeräusch aus acht Themen, sondern eine gemeinsame Richtung: Erstkontakt wandert in Auswahloberflächen, Vergütung bleibt hinter Kosten zurück, Recht muss Grenzen nachziehen, Evidenz erzeugt Erwartung, Notfallprodukte verschieben Abläufe, Hilfsstoffdebatten verändern Akzeptanz, und Nebenwirkungen setzen die reale Grenze dessen, was als „Option“ im Alltag taugt. Solange diese Kräfte getrennt behandelt werden, entstehen Lücken, die im Betrieb als zusätzliche Arbeit erscheinen, aber im System als fehlende Verantwortungskette. Die entscheidende Frage ist nicht, ob jede einzelne Entwicklung für sich erklärbar ist, sondern ob die Summe noch steuerbar bleibt, wenn die Fläche weiter ausdünnt und die Reserve weiter verschwindet.
Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Der rote Faden bleibt, ob Finanzierung, Regeln und Sicherheit als eine Kette behandelt werden oder als getrennte Baustellen.
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