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Sehr geehrte Ärzte,
hier ist der vollständige Text für Sie:
APOTHEKE | Systemblick – Kommentar von heute
Stand: Dienstag, 20. Januar 2026, um 13:46 Uhr
Apotheken-News: Kommentar von heute
Kommentar von Seyfettin Günder zu den aktuellen Apotheken-Nachrichten über den geplanten Versorgungszuschlag, die Verhandlungslösung im SGB V und die Verschiebung von Verantwortung im Versorgungssystem.
DocMorris liefert Zahlen, die auf den ersten Blick beruhigen und auf den zweiten beunruhigen. Gesamt plus elf Prozent, Deutschland als Kernmarkt stabil, Rx im Jahresvergleich kräftig. Und dann dieser kleine Riss im Datenkranz: Zum Jahresende wächst Rx langsamer als im Vorquartal. Das ist kein Absturz, eher eine Kante. Aber an Kanten zeigt sich, ob ein Markt noch vom Rückenwind lebt oder schon von Verteilungsgesetzen regiert wird.
Die Mechanik dahinter ist simpel, gerade deshalb ist sie gefährlich. Rx-Wachstum im Versand ist nicht nur härter umkämpft, es wird teurer erkauft. Wenn Marketingeffizienz zur entscheidenden Stellschraube wird, ist das keine operative Fußnote, sondern ein Strukturhinweis: Der einfache Wachstumspfad wird schmaler. Das E-Rezept wirkt dann nicht mehr als Turbo, sondern als Normalzustand, in dem der Zugang zum Patienten zur eigentlichen Währung wird.
Hier kommt Telemedizin ins Spiel, und sie wirkt wie ein Verstärker, weil sie Kontaktketten bündelt und Zufluss organisiert. Aber auch ein Verstärker erzeugt kein neues Signal. Er verteilt Aufmerksamkeit, er verschiebt Wege, er lenkt Ströme. Wer daraus automatisch „mehr Markt“ ableitet, verwechselt Bewegung mit Wertschöpfung. Der Arzneimittel-Euro bleibt derselbe, nur mehr Hände greifen danach.
Das Gegenargument klingt vernünftig: Mehr Kanäle schaffen Auswahl, Bequemlichkeit, Wettbewerb, am Ende profitieren Patientinnen und Patienten. Das stimmt, solange man den Blick auf Preise und Lieferzeiten verengt. Es kippt, sobald man die Systemlast mitrechnet, die nicht skaliert und nicht verschwindet, wenn Umsatz wandert. Notdienste, Vorhaltung, Beratung, Herstellung, Haftung, Personalbindung, Ausfallpuffer: Diese Lasten sind ortsgebunden, menschgebunden, verantwortungsgebunden. Wettbewerb verteilt Erlöse. Verantwortung verteilt er nicht.
An genau dieser Stelle wird aus einer Wachstumszahl eine Ordnungsfrage. Wenn der Rx-Kanal im Versand langsamer wächst, ist das nicht automatisch ein Problem des Versenders. Es ist ein Signal, dass die leichten Reserven abnehmen, während die Zahl der Anspruchsteller auf denselben Euro zunimmt. In so einer Lage gewinnt nicht zwingend der Beste, sondern der, der Zugang und Aufmerksamkeit am billigsten kaufen kann. Das ist der Moment, in dem Glaubwürdigkeit zum Wettbewerbsfaktor wird, nicht als Werbewert, sondern als Stabilitätswert.
Verteilung ist keine Moral, sie ist Physik. Wer neue Akteure in den Markt schiebt, ohne die Systemlast neu zu finanzieren, schafft eine stille Umverteilung von Stabilität zu Skalierbarkeit. Dann werden Betriebe, die Vorhaltung leisten, nicht gestärkt, sondern ausgedünnt. Und das eigentliche Risiko ist nicht, dass ein Quartal langsamer wächst, sondern dass ein Versorgungssystem seine Dichte verliert, weil es seine Lasten wie Selbstverständlichkeiten behandelt.
An dieser Stelle fügt sich das Bild.
Zahlen wirken wie Fakten, bis man merkt, dass sie eine Richtung haben. Eine abkühlende Wachstumsrate sieht nach Statistik aus, ist aber ein Hinweis auf Macht, Kosten und Zugang. Sobald Zugang gekauft werden muss, wird sichtbar, was im Schatten stand: Verteilung entscheidet, wer wächst, und Systemlast entscheidet, wer bleibt.
Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Wenn Wachstum teurer wird und der Arzneimittel-Euro sich auf mehr Kanäle verteilt, wird aus Marktbewegung eine Ordnungsfrage. Dann zählt nicht, wer am lautesten beschleunigt, sondern wer Verantwortung sichtbar trägt, wenn es unbequem wird.
SG
Prokurist | Publizist | Verantwortungsträger im Versorgungsdiskurs
Kontakt: sg@docsecur.de
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Wer das für Formalie hält, unterschätzt die Verantwortung, die Sprache heute tragen muss.
Ein Kommentar ist keine Meinung. Er ist Verpflichtung zur Deutung – dort, wo Systeme entgleiten und Strukturen entkoppeln.
Ich schreibe nicht, um zu erklären, was gesagt wurde. Ich schreibe, weil gesagt werden muss, was sonst nur wirkt, wenn es zu spät ist.
Denn wenn das Recht nur noch erlaubt, aber nicht mehr schützt, darf der Text nicht schweigen.
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