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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Stand: Dienstag, 20. Januar 2026, um 08:46 Uhr
Apotheken-News: Bericht von heute
Mit dem E-Rezept ist die Direktabrechnung technisch möglich geworden, doch die Auseinandersetzung dreht sich längst nicht mehr nur um Workflow-Fragen. Neue Lieferverträge, zuerst im Nordosten und danach auch im Südwesten, setzen Abrechnungsregeln so, dass digitale Spielräume gebremst oder in alte Taktungen zurückgebunden werden. Das wird als Ordnung verkauft, ist aber eine Verteilungsentscheidung: Gebührenlogik, Liquiditätsvorteile und Verhandlungsmacht werden neu sortiert. Besonders pikant ist die Binnenperspektive: Wenn Landesapothekerverbände direkt oder indirekt an Rechenzentren beteiligt sind, entsteht ein Interessenknoten, der jede „Neutralität“ der Regelsetzung unter Spannung setzt. Zugleich haben auch Kostenträger ein erkennbares Eigeninteresse, die eigene Liquiditätsarchitektur und Prozesslogik nicht abrupt zu verschieben. Genau in diesem Schnittpunkt liegt der Konflikt: Digitalisierung wird versprochen, aber vertraglich so gerahmt, dass die Dividende nicht dort ankommt, wo sie den Engpass lösen soll.
Mit dem flächendeckenden E-Rezept steht eine alte Frage neu im Raum: Wofür zahlen Apotheken noch, wenn ein digitaler Abrechnungsweg technisch ohne Zwischenstation funktionieren kann? Die Debatte ist deshalb so scharf, weil sie nicht nur über Gebühren spricht, sondern über Abhängigkeiten, Liquidität und die Fähigkeit, alte Strukturen in neue Technik hinüberzuretten.
Befürworter der Direktabrechnung argumentieren betriebswirtschaftlich: geringere Kosten, schnelleres Geld, weniger Bindung an Dienstleister. Der Kern ist einfach: Ein digitaler Workflow rechtfertigt keine Preislogik, die so tut, als würden weiterhin Tonnen an Papier gesammelt, transportiert und gescannt. Papier spielt heute nur noch eine Nebenrolle, die Gebührenwelt wirkt jedoch oft, als müsse sie historische Lasten dauerhaft nachfinanzieren.
Mit den neuen Lieferverträgen wird aus dieser Grundsatzfrage eine Vertragsrealität. Im Nordosten wurde eine Regel verankert, die wie ein technischer Satz aussieht, aber politisch wirkt: Eine Aufteilung der Abrechnung in einen Weg über ein Rechenzentrum und einen Weg in Eigenabrechnung soll unzulässig sein, ausdrücklich auch die Trennung nach elektronisch und papiergebunden. Formal bleibt Direktabrechnung möglich. Praktisch verliert sie ihren Kernvorteil, wenn am Ende doch gebündelt werden muss. Der Spielraum wird nicht offen verboten, er wird entwertet.
An diesem Punkt kippt die Debatte in die Binnenlogik des Berufsstands. Wenn Landesapothekerverbände direkt oder indirekt an Rechenzentren beteiligt sind, wird aus „Rahmen setzen“ zugleich „Bestand schützen“. Dann geht es nicht nur um Versorgung und Prozessfragen, sondern auch um Beteiligungen, Geschäftsmodelle und Erlösströme. Dafür braucht es keine böse Absicht. Es reicht, dass Interessenlagen sich überlagern und Entscheidungen dadurch nicht mehr rein versorgungslogisch gelesen werden.
Der Vertrag im Südwesten verstärkt das Muster in anderer Form. Seit Jahresbeginn gilt dort eine monatsweise Wahl: entweder Selbstabrechnung oder Abrechnung über ein Rechenzentrum, aber nicht beides im gleichen Abrechnungsmonat. Das wirkt ordnend und kann Sonderfälle reduzieren. Gleichzeitig bindet es die digitale Option wieder an eine starre Taktung, die aus Papierzeiten stammt. Digitalisierung wird damit nicht geöffnet, sondern zeitlich eingerahmt.
Der Konflikt ist jedoch nicht nur ein Branchenthema. Direktabrechnung berührt die Liquiditätsarchitektur der Kostenträger. Zahlungsströme und Planung sind seit Jahrzehnten auf monatliche Bündelabrechnung eingestellt. Eine deutlich schnellere Abrechnung würde Apotheken Liquidität bringen, aber das eingespielte Gleichgewicht einseitig verschieben. Deshalb ist es plausibel, dass Kostenträger Stabilität verlangen, bevor sie Geschwindigkeit zulassen, und Bedingungen formulieren, die Komplexität niedrig halten.
Nur wird aus „Komplexität senken“ schnell eine faktische Sperre, wenn digitale Spielräume so gebaut sind, dass sie ihren Vorteil verlieren. Dann ist Digitalisierung nicht Modernisierung, sondern Verpackung. Der Streit wird zusätzlich dadurch aufgeladen, dass er sich hinter Paragrafen versteckt: Selbstabrechnung ist als Regelfall angelegt, Dritte waren historisch vor allem eine Erleichterung für Papierlasten. Mit dem E-Rezept sollten neue technische Lösungen möglich werden. Wenn Verträge nun die Nutzung dieser Möglichkeiten vertraglich verengen, entsteht eine Schere zwischen Technik und Ordnung.
Die Verteidiger der vertraglichen Rahmung verweisen auf Übergangsrisiken: Abschlagsregelungen, Vorfinanzierungskosten, die Gefahr kurzfristiger Störungen. Das ist ernst zu nehmen, weil Zahlungsmechaniken reale Kettenreaktionen auslösen können. Aber genau deshalb wirkt die gewählte Lösung wie eine Strukturpflege unter Digital-Label: Anstatt Übergänge zu bauen, wird Wahlfreiheit so gefasst, dass sie am Ende wieder in ein enges Dienstleisterkorsett führt.
Der Gipfelpunkt liegt nicht in der Frage „Rechenzentrum ja oder nein“. Er liegt in der Umkehr: Digitale Effizienz entsteht, aber die Dividende landet nicht dort, wo sie den Engpass löst. Solange Verträge digitale Möglichkeiten so „ordnen“, dass sie ihren Vorteil verlieren, bleibt der Mehrwert alter Abrechnungsmodelle nur deshalb plausibel, weil das neue System künstlich auf Schrittgeschwindigkeit gedrosselt wird.
An dieser Stelle fügt sich das Bild.
Die Debatte wirkt auf den ersten Blick wie ein Technikstreit, ist aber ein Ordnungsstreit. Das E-Rezept macht Direktabrechnung möglich, doch Verträge definieren, wie viel „möglich“ im Alltag tatsächlich wert ist. Wer das Tempo digitaler Abrechnung begrenzt, begrenzt nicht nur Prozesse, sondern verschiebt Liquidität und Macht. Und sobald Standesstrukturen zugleich Regelsetzer und Mitgesellschafter sind, wird jede Ordnungsidee automatisch zur Vertrauensfrage.
Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt.
Digitalisierung ist erst dann Fortschritt, wenn ihre Vorteile dort ankommen, wo sie Belastung reduzieren und Verantwortung klären. Wird sie vertraglich so gerahmt, dass sie nur formal existiert, bleibt sie Kulisse und erzeugt neuen Frust. Die eigentliche Aufgabe ist deshalb nicht, Direktabrechnung zu feiern oder zu verteufeln, sondern sie so zu ordnen, dass Kostenträger-Prozesse integrierbar bleiben, ohne Apotheken dauerhaft in alten Gebühren- und Taktlogiken festzunageln. Ordnung darf nicht zum Vorwand werden, um Zukunft zu verlangsamen.
Journalistischer Kurzhinweis: Themenprioritäten und Bewertung orientieren sich an fachlichen Maßstäben und dokumentierten Prüfwegen, nicht an Vertriebs- oder Verkaufszielen. Die Redaktion berichtet täglich unabhängig über Apotheken-Nachrichten und ordnet Risiken, Finanzen, Recht und Strukturfragen für Apotheker ein. Dieser Beitrag ordnet die Direktabrechnung als Ordnungs- und Interessenkonflikt ein und bewertet die Folgen für Kosten, Liquidität und Wahlfreiheit.
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