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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Stand: Montag, 17. November 2025, um 18:30 Uhr
Apotheken-News: Bericht von heute
Die Nachrichten von heute verknüpfen vier zentrale Linien der Versorgung: In Tübingen steht die Schließung einer traditionsreichen Innenstadtapotheke für Standortdruck, veränderte Stadtstrukturen und wirtschaftliche Grenzen, die politisch längst thematisiert werden. Gleichzeitig verschärft die geplante Neuausrichtung der Rezepturvergütung die Lage jener Betriebe, die mit individuellen Herstellleistungen einen besonderen Versorgungsbeitrag leisten und nun befürchten, dass nur noch exakte Teilmengen honoriert werden, während Lagerhaltung, Qualitätskontrolle und Dokumentation unzureichend abgebildet bleiben. Repräsentative Befragungen attestieren den Vor-Ort-Strukturen zwar hohe Zufriedenheit, zeigen aber Unterschiede zwischen Regionen sowie zwischen älteren und jüngeren Menschen, die Apotheken unterschiedlich nutzen und andere Erwartungen an Erreichbarkeit und Profil mitbringen. Aus dieser Konstellation ergibt sich die Frage, wie es gelingen kann, sowohl Traditionsstandorte zu sichern als auch wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen für besondere Leistungen und eine generationenübergreifend attraktive Ausrichtung der Versorgung zu schaffen.
Der Fall der traditionsreichen Trapp’schen Apotheke in Tübingen bündelt viele Faktoren, die das Apothekensterben in Deutschland aktuell vorantreiben. Nach mehr als zweihundertzehn Jahren Betrieb wird ein Standort aufgegeben, der zur Innenstadt gehörte wie das Kopfsteinpflaster und die Kirchen im Hintergrund. Der Inhaber hat diesen Schritt nicht aus Laune, sondern aus schierer betrieblicher Notwendigkeit vollzogen, obwohl er insgesamt sechs Apotheken führt und damit durchaus Erfahrung mit unterschiedlichen Lagen und Kundenstrukturen besitzt. Wenn selbst ein solcher Unternehmer sagt, dass die Mischung aus Patientenrückgang, steigenden Kosten und veränderten Stadtstrukturen nicht mehr tragbar sei, ist das ein deutliches Signal. Für die Menschen vor Ort bedeutet die Schließung nicht nur einen weiteren leeren Laden im Zentrum, sondern längere Wege, weniger spontane Versorgung und den Verlust eines vertrauten Ansprechorts bei gesundheitlichen Fragen.
Boris Palmer hat diesen Vorgang öffentlich zum Anlass genommen, das Apothekensterben scharf zu kritisieren und die Lage der Inhaber auf den Punkt zu bringen. Er erinnert daran, dass Apotheken zur kritischen Infrastruktur gehören und eben nicht als „normale“ Geschäfte betrachtet werden dürfen, die man bei Rückgang der Kundschaft schlicht ersetzt. Notdienst, schnelle Hilfe bei akuten Beschwerden, Beratung zur sicheren Anwendung von Arzneimitteln und das Auffangen ärztlicher Engpässe sind Leistungen, die sich nicht einfach in ein anderes Ladenkonzept verschieben lassen. Wenn ein Oberbürgermeister davon spricht, dass aus einem früher als „sichere Karriere“ geltenden Beruf heute oft eine Form von Selbstausbeutung geworden ist, ist das mehr als eine zugespitzte Formulierung. Dahinter stehen Arbeitswochen deutlich jenseits der vierzig Stunden, Haftungsrisiken im fünf- bis sechsstelligen Bereich und wirtschaftliche Puffer, die mit jeder Kostensteigerung weiter schrumpfen.
Im konkreten Tübinger Fall zeigt sich, wie empfindlich Apotheken auf Veränderungen in ihrem Einzugsgebiet reagieren. Zwei nahe gelegene Arztpraxen haben ihren Standort verlagert, ein Seniorenheim hat die Zusammenarbeit beendet – damit brechen auf einen Schlag Stammkundenströme weg, die über Jahre verlässlich waren. Gleichzeitig verändert sich die Innenstadt selbst: Weniger Frequenz am Vormittag, weniger Pendler, mehr Leerstand in benachbarten Geschäften. Aus einer Lage, die 1999 noch als attraktiv galt, wird innerhalb von rund fünfundzwanzig Jahren ein Standort, an dem der tägliche Kundenzustrom nicht mehr ausreicht, um Miete, Personal und Warenlager dauerhaft zu finanzieren. Diese Entwicklung lässt sich in vielen Städten beobachten, in denen sich Kaufkraft an den Stadtrand, in Einkaufszentren oder in den Onlinehandel verlagert, während die Fixkosten der Altstandorte weiter steigen.
Erschwerend kommt im Tübinger Beispiel die Frage der Erreichbarkeit hinzu. Parkplätze in unmittelbarer Nähe sind weitgehend verschwunden, der Weg vom nächstgelegenen Parkhaus zur Offizin ist nicht barrierefrei und für Menschen mit Gehhilfen oder Rollatoren eine spürbare Hürde. Für viele ältere Stammkundinnen und Stammkunden ist der öffentliche Nahverkehr keine praktikable Alternative, sei es aus gesundheitlichen Gründen oder wegen unzuverlässiger Taktung. In der Summe entsteht eine Situation, in der ein Teil der bisherigen Kundschaft schlicht wegbricht, weil jeder Besuch mit zusätzlicher Anstrengung verbunden ist. Während vor einem Vierteljahrhundert noch mehrere kurze Wege am Tag möglich waren, wird heute der eine mühsame Weg zur Versorgungseinrichtung genau abgewogen. Jede zusätzliche Hürde senkt die Zahl der Besuche und damit den Tagesumsatz, der nötig wäre, um steigende Mieten und Personalkosten zu decken.
Dass die Vergütung der Betriebe in dieser Gemengelage nicht mit der Realität Schritt gehalten hat, ist der Kern von Palmers Forderung nach „fairen Rahmenbedingungen“. Während Löhne, Energiepreise, Versicherungsbeiträge und Mieten über Jahre gestiegen sind, stagniert das honorierte Fixum seit über einem Jahrzehnt und wird nur punktuell durch Zuschläge ergänzt, die die Grundprobleme nicht lösen. Gleichzeitig wachsen Dokumentationspflichten, Lieferengpässe treiben den Beschaffungsaufwand in die Höhe und der Bedarf an qualifiziertem Personal bleibt unverändert hoch. Für viele Inhaber bedeutet dies, dass sie die Lücke zwischen gesetzlichen Anforderungen und tatsächlicher Vergütung mit unbezahlter Mehrarbeit, privaten Rücklagen und reduziertem eigenen Einkommen schließen. Die Warnung vor „massiven Versorgungslücken, längeren Wegen und Leerständen“ ist deshalb kein dramatischer Nebeneffekt, sondern eine nüchterne Beschreibung dessen, was in manchen Regionen bereits sichtbar wird. Wenn sich an der Kombination aus Kostenstruktur, Vergütung und Standortbedingungen nichts ändert, wird die Trapp’sche Apotheke nicht der letzte Traditionsbetrieb gewesen sein, der seine Türen für immer schließt.
Der Konflikt um die Vergütung von Rezepturen hat sich mit der geplanten Reform zu einem Brennpunkt entwickelt, an dem sich rechtliche, wirtschaftliche und berufspolitische Fragen überlagern. Ausgangspunkt war eine höchstrichterliche Entscheidung, die die bisherige Praxis stützte, bei der Herstellung die jeweils notwendige Packung zugrunde zu legen, auch wenn nur ein Teil der enthaltenen Menge verarbeitet wurde. Viele Betriebe verstanden dies als Bestätigung dafür, dass Aufwand und Risiko bei Beschaffung, Lagerung und Qualitätskontrolle nicht in Grammbruchteilen gedacht werden können. Die nun angekündigte Klarstellung, nach der nur noch die tatsächlich verarbeitete Teilmenge abrechenbar sein soll, kehrt diese Logik um. Aus Sicht zahlreicher Inhaber entsteht dadurch der Eindruck, dass ein gerade erst beruhigter Bereich erneut aufgerissen wird und wirtschaftliche Planungssicherheit verloren geht.
In der praktischen Herstellung zeigt sich, wie weitreichend diese scheinbar technische Frage ist. Jede Rezeptur erfordert nicht nur die Bereitstellung des Wirkstoffs, sondern auch Plausibilitätsprüfung, Herstellanweisung, Dokumentation im Laborbuch und häufig zusätzliche Rücksprachen mit der verordnenden Praxis. Viele Ausgangsstoffe werden nur in bestimmten Packungsgrößen angeboten, sodass für seltene Indikationen oft ein erheblicher Rest im Lager verbleibt. Dieser Rest ist keineswegs kostenlos: Er bindet Kapital, unterliegt Verfallsfristen, muss kontrolliert und im Zweifel kostenpflichtig entsorgt werden. Wenn künftig nur der tatsächlich verarbeitete Anteil vergütet wird, bleiben diese Aufwendungen unberücksichtigt und reduzieren den ohnehin knappen Deckungsbeitrag weiter.
Besonders kritisch wirkt sich dies bei Herstellbereichen aus, die auf ein breites Spektrum individueller Therapien ausgerichtet sind. Pädiatrische Dosen, spezielle Dermatika oder onkologische Hilfsrezepturen verlangen häufig exakt angepasste Mengen, die in der Summe nur einen Bruchteil der beschafften Wirkstoffmengen ausmachen. Für die Betriebe entsteht damit ein Spannungsfeld zwischen therapeutischer Notwendigkeit und betriebswirtschaftlicher Vernunft. Je mehr seltene Kombinationen angefragt werden, desto stärker wächst der Anteil angebrochener, nur teilweise genutzter Packungen im Regal. In einem Umfeld steigender Personal- und Energiekosten gerät eine Leistung, die fachlich als Ausdruck besonderer Kompetenz gilt, auf diese Weise in die Nähe eines systematischen Verlustgeschäfts.
Hinzu kommt eine zweite Ebene, die das Vertrauen in den Ordnungsrahmen berührt. Wer seine Herstellpraxis an einer Entscheidung des obersten Sozialgerichts ausgerichtet hat, verbindet damit die Erwartung, dass diese Linie nicht kurzfristig wieder relativiert wird. Wird nun im Zuge einer Reform eine gegenteilige gesetzliche Klarstellung angekündigt, entsteht der Eindruck eines beweglichen Zielpunkts. Betriebe, die in Reinräume, Gerätschaften und qualifiziertes Personal investiert haben, weil sie sich auf die bisherige Rechtslage verlassen haben, sehen ihre Kalkulation in Frage gestellt. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass künftige Retaxationen sich auf eng ausgelegte Teilmengenregelungen stützen und auf dieser Basis bereits abgerechnete Leistungen in Zweifel gezogen werden.
Die vielzitierte Aussage, unter solchen Bedingungen würden „bald alle das Handtuch werfen“, ist vor diesem Hintergrund weniger eine dramatische Zuspitzung als eine nüchterne Warnung. Rezepturen gehören seit jeher zu den Angeboten, an denen sich fachliche Qualität und Versorgungsauftrag besonders klar zeigen. Wenn wirtschaftliche Rahmenbedingungen dazu führen, dass immer mehr Betriebe diese Leistungen nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr anbieten können, entsteht eine Lücke, die durch standardisierte Fertigarzneimittel allein nicht geschlossen wird. Die Diskussion um die Rezepturvergütung ist damit mehr als ein Streit um Berechnungsdetails; sie entscheidet darüber, ob die wohnortnahe Versorgung auch in Zukunft individuelle Lösungen bereitstellen kann – oder ob ein weiterer Baustein differenzierter Therapie im Dickicht formaler Vorgaben verloren geht.
Die aktuelle Befragung zur Zufriedenheit mit der Versorgung durch Apotheken zeigt ein Bild, das gleichzeitig ermutigt und verpflichtet. Eine große Mehrheit der Bevölkerung bewertet die wohnortnahe Arzneimittelversorgung positiv. Dieses Vertrauen ist das Ergebnis stabiler Strukturen, qualitativ hochwertiger Beratung und der Fähigkeit, auch bei Engpässen Lösungen zu finden. Zugleich deutet die unterschiedliche Bewertung zwischen Altersgruppen und Regionen darauf hin, dass sich Anforderungen und Erwartungen wandeln. Während ältere Menschen die Apotheken stärker in Anspruch nehmen und ihre Nähe schätzen, zeigt die jüngere Generation ein verändertes Nutzungsverhalten, das stärker zwischen digitalen Angeboten, flexiblen Öffnungszeiten und einer punktuelleren Nutzung klassischer Offizinstrukturen wechselt.
In dünn besiedelten Regionen spielt die einzelne Betriebsstätte eine zentrale Rolle für die Grundversorgung. Hier wirkt sich jeder Rückzug besonders spürbar aus. Die hohe Zustimmung in urbanen Räumen verdeutlicht gleichzeitig, dass auch dort – trotz größerer Auswahl – die Vor-Ort-Struktur anerkannt bleibt. Diese Unterschiede lassen sich weder allein durch Demografie noch durch Angebotsbreite erklären. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass Apotheken in unterschiedlichen Lebenswelten unterschiedliche Funktionen übernehmen. Für Ältere sind sie Anlaufstelle für Sicherheit, für Kontinuität und für gesundheitliche Orientierung im Alltag. Für Jüngere stehen Flexibilität, Verfügbarkeit und digitale Anschlussfähigkeit stärker im Vordergrund.
Trotz der insgesamt hohen Zufriedenheitswerte weist die Analyse klare Punkte auf, an denen nachjustiert werden kann. Die Versorgung jüngerer Zielgruppen gilt als ein Feld, das stärker auf moderne Kommunikationsformen, niedrigschwelligere Informationsangebote und eine bessere Anbindung zwischen digitalem Zugang und persönlicher Beratung angewiesen ist. Auch die Ergebnisse je Bundesland zeigen, dass strukturelle Unterschiede in der Verteilung von Apotheken, Verkehrswegen und medizinischer Infrastruktur unmittelbare Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Versorgung haben. Regionen mit hohem Pendleraufkommen oder langer Entfernung zu ärztlichen Versorgern bewerten die Apotheke häufig als zentrale Stütze – während in anderen Regionen die Perspektive stärker zwischen Komfort und Alternativen schwankt.
Für die Zukunft stellt sich die Frage, wie Apotheken angesichts Nachwuchsmangel, wirtschaftlicher Herausforderungen und einer zunehmend individualisierten Nachfrage ihre Position sichern können. Die Zufriedenheitswerte belegen, dass die Bevölkerung die Bedeutung der Vor-Ort-Versorgung erkennt. Entscheidend wird jedoch sein, ob Reformen, Vergütungsmodelle und strukturelle Anpassungen diesem Wert auch politisch entsprechen. Wenn junge Menschen weniger Bindung an klassische Apothekenstandorte entwickeln, braucht es zugleich Angebote, die diese Zielgruppe stärker einbeziehen, ohne die zentrale Versorgungsfunktion der Betriebe zu schwächen.
Selbst unter positiven Rückmeldungen besteht also Handlungsbedarf. Die Sicherung der wohnortnahen Versorgung erfordert nicht nur stabile rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, sondern auch eine klare strategische Ausrichtung gegenüber verschiedenen Nutzergruppen. Die Befragung liefert dafür wichtige Hinweise: Apotheken genießen Vertrauen, erfüllen Erwartungen und bieten Qualität – doch diese Position bleibt nur erhalten, wenn Strukturen gestärkt, Nachwuchs gewonnen und Versorgungsangebote an die Bedürfnisse aller Altersgruppen angepasst werden.
Die aktuellen Zufriedenheitswerte für Vor Ort Apotheken wirken auf den ersten Blick wie ein seltenes Stück Stabilität in einem angespannten Gesundheitswesen. Ein hoher Anteil der Bevölkerung bewertet Service, Beratung und Erreichbarkeit positiv und bestätigt damit die Rolle der Betriebe als verlässliche Säule der Versorgung. Gleichzeitig zeigen die Detailauswertungen, dass diese Zustimmung nicht in allen Gruppen gleich ausgeprägt ist und dass sich dahinter unterschiedliche Erwartungshorizonte verbergen. Ältere Menschen verbinden mit der Apotheke Sicherheit, Kontinuität und einen vertrauten Ansprechpartner in Gesundheitsfragen. Jüngere Menschen hingegen setzen häufiger auf spontane Nutzung, digitale Vorinformationen und einen stärker situationsbezogenen Kontakt, was spürbare Auswirkungen auf Frequenz und Bindung hat.
Auffällig ist, dass gerade bei jüngeren Altersgruppen die Zufriedenheit deutlich niedriger ausfällt als bei Seniorinnen und Senioren. Viele dieser Menschen kennen die Apotheke vor allem als Ort der kurzfristigen Problemlösung, nicht als dauerhaften Begleiter in Gesundheitsfragen. Digitale Informationsquellen, Versandangebote und die Möglichkeit, Produkte jederzeit online zu vergleichen, verschieben die Orientierung. Wenn Öffnungszeiten, Auftritt und Kommunikation der Apotheken die Lebensrealität dieser Zielgruppe nicht ausreichend widerspiegeln, entsteht leicht der Eindruck einer eher traditionellen Struktur, die wenig mit dem eigenen Alltag zu tun hat. Dadurch droht eine Lücke zwischen tatsächlicher Leistungsfähigkeit und wahrgenommener Attraktivität.
Zwischen Stadt und Land treten weitere Differenzen zutage, die das Bild abrunden. In Ballungsräumen mit dichter Versorgungsstruktur und vielen Standorten wird das Apothekenangebot zwar positiv bewertet, jedoch auch stärker mit alternativen Kanälen verglichen. In dünn besiedelten Regionen dagegen bleibt die einzelne Apotheke oft der zentrale Zugang zu Arzneimitteln, Beratung und niedrigschwelliger Einschätzung gesundheitlicher Beschwerden. Hier bedeutet der Verlust eines Standorts mehr als nur längere Wege, nämlich auch den Rückgang von persönlicher Ansprache und sozialer Verankerung. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass Zufriedenheit nicht nur eine Frage von Servicequalität ist, sondern auch von Erreichbarkeit, regionalem Umfeld und wahrgenommenen Handlungsspielräumen.
Die wirtschaftlichen und strukturellen Belastungen der Betriebe stehen in einem auffälligen Spannungsverhältnis zu diesen hohen Zustimmungswerten. Während die Bevölkerung die Leistungsfähigkeit der Apotheken überwiegend anerkennt, arbeiten viele Teams unter Bedingungen, die von Personalmangel, stagnierenden Honoraren und steigenden Kosten geprägt sind. Jede zusätzliche Dokumentationspflicht, jeder Lieferengpass und jede neue Aufgabe verschiebt die Ressourcen weiter in Richtung Verwaltung, ohne automatisch zu höherem Ertrag zu führen. Dadurch besteht die Gefahr, dass genau die Elemente, die Menschen an der Vor Ort Versorgung schätzen – Zeit für Gespräch, gründliche Erklärung, ruhige Klärung von Wechselwirkungen – unter dem Druck knapper Budgets schrittweise erodieren.
Für die Zukunft der Vor Ort Versorgung stellt sich damit eine doppelte Aufgabe. Zum einen müssen Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass Betriebe die erwartete Qualität nachhaltig erbringen können, ohne auf Dauer Selbstausbeutung in Kauf zu nehmen. Zum anderen braucht es eine bewusstere Ausrichtung auf unterschiedliche Zielgruppen, bei der digitale Zugangswege und persönliche Beratung keine Gegensätze bilden, sondern sich ergänzen. Wenn es gelingt, Strukturen wirtschaftlich zu stabilisieren und gleichzeitig Angebote zu entwickeln, die sowohl der älteren Stammklientel als auch einer mobilen, digital geprägten Generation gerecht werden, bleibt die hohe Zufriedenheit nicht nur ein Momentbild, sondern wird zur tragfähigen Grundlage für die nächsten Jahre.
Die heutigen Meldungen rücken eine Versorgungslandschaft in den Fokus, in der öffentliche Wertschätzung, wirtschaftliche Belastung und rechtliche Weichenstellungen eng ineinandergreifen. Wenn eine traditionsreiche Innenstadtapotheke nach vielen Jahrzehnten schließt, weil Stadtstrukturen, Frequenz und Kosten nicht mehr zusammenpassen, ist das mehr als ein lokales Ereignis. Parallel verändern geplante Eingriffe in die Rezepturvergütung die Kalkulationsbasis für Leistungen, die bislang als Kernkompetenz galten, und setzen spezialisierte Herstellbereiche unter zusätzlichen Druck. Repräsentative Zufriedenheitsbefragungen bescheinigen den Vor-Ort-Strukturen zwar hohe Akzeptanz, offenbaren aber Unterschiede zwischen Regionen und Altersgruppen, die neue Erwartungen an Erreichbarkeit, Profil und Angebotsformate mit sich bringen. Aus dieser Mischung entsteht ein Spannungsfeld, in dem sich Betriebe zwischen gewachsenem Vertrauensvorschuss und immer engeren wirtschaftlichen Spielräumen behaupten müssen.
Dies ist kein Schluss, der gelesen werden will – sondern eine Wirkung, die bleibt. Die Kombination aus Standortschließungen, umstrittenen Rezepturplänen und differenzierten Zufriedenheitswerten zeigt, wie empfindlich das Gleichgewicht zwischen Versorgungsauftrag und betrieblicher Tragfähigkeit geworden ist. Wo individuelle Herstellung, Innenstadtlage und generationenübergreifende Betreuung aufeinandertreffen, reichen vergleichsweise kleine Veränderungen bei Vergütung, Erreichbarkeit oder Nachfrage aus, um etablierte Strukturen zu kippen. Entscheidend wird sein, ob Reformen die wirtschaftliche Basis der Betriebe stützen und gleichzeitig Raum für unterschiedliche Zielgruppenansprachen lassen, statt neue Unsicherheiten aufzubauen. Gelingt es, diesen Rahmen klar und verlässlich zu definieren, kann die heute sichtbare Anspannung in eine stabilisierte Entwicklung überführt werden; bleibt dieser Schritt aus, droht ein schleichender Rückzug, der erst dann ins Bewusstsein rückt, wenn Versorgungslücken im Alltag unübersehbar werden.
Journalistischer Kurzhinweis: Redaktionelle Entscheidungen werden unabhängig von Beratung und Vertrieb getroffen; kommerzielle Erwägungen haben keinen Einfluss auf Inhalt oder Tonlage.
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