
Für Sie gelesen
Sehr geehrte Ärzte,
hier ist der vollständige Text für Sie:
APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Ein Patient bringt eine Medikationsanalyse aus der Apotheke mit in die Arztpraxis – und wird dort angeschrien. Was nach einem Ausnahmefall klingt, steht exemplarisch für ein wachsendes Problem im Gesundheitswesen: Die Fronten zwischen Apotheken und Ärzteschaft verhärten sich. Hinter dem Konflikt steckt mehr als verletzte Eitelkeit – es geht um Macht, Missverständnisse und ein System, das dringend verbindliche Strukturen für Zusammenarbeit braucht.
Die Einführung pharmazeutischer Dienstleistungen (pDL) durch Apotheken gilt als ein zentraler Baustein zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit in Deutschland. Medikationsanalysen, Inhalationsschulungen oder standardisierte Blutdruckmessungen sollen Versorgungsdefizite schließen, die im hektischen Praxisalltag vieler Ärztinnen und Ärzte zu kurz kommen. Doch anstatt die Chance für interprofessionelle Zusammenarbeit zu nutzen, stoßen Apothekerinnen und Apotheker immer wieder auf Ablehnung – teilweise mit aggressiven Reaktionen aus der Ärzteschaft.
Ein aktueller Fall macht diese Spannungen deutlich. Eine Apothekeninhaberin berichtet von einem Patienten, der nach einer Medikationsanalyse in ihrer Offizin mit neuen Fragen zur bestehenden Medikation zum Hausarzt zurückkehrte – und dort lautstark beschimpft wurde. Der Arzt habe ihn angeschrien, weil er es gewagt habe, die aus der Apotheke erhaltenen Hinweise zur Sprache zu bringen. „Der Patient war fassungslos. Er wollte nur verstehen, warum er zwei Medikamente mit ähnlichem Wirkstoff bekommt. Aber das Gespräch endete in einer Demütigung“, schildert die Apothekerin.
Solche Vorkommnisse sind kein Einzelfall. Immer mehr Apotheken berichten hinter vorgehaltener Hand von ähnlichen Erfahrungen. Die Reaktionen reichen von abschätzigen Kommentaren bis hin zu klaren Verboten, Apothekeninformationen in der Praxis zu thematisieren. Für die betroffenen Patientinnen und Patienten bedeutet das nicht nur Unsicherheit, sondern auch ein Vertrauensverlust gegenüber beiden Berufsgruppen. Was eigentlich als Fortschritt in der Versorgung gedacht war, wird im Alltag zur Ursache neuer Konflikte.
Die Ursachen dieser Abwehrhaltung sind vielschichtig. Einerseits gibt es strukturelle Versäumnisse: Die Einführung der pDL erfolgte ohne ausreichende Einbindung der Ärzteschaft. Viele Mediziner erfuhren erst durch Patienten oder Medien von den neuen Leistungen, was das Gefühl verstärkte, übergangen worden zu sein. Andererseits scheint es tief verankerte Vorbehalte gegenüber der Rolle der Apotheker zu geben. Noch immer hält sich in Teilen der Ärzteschaft das Bild des Apothekers als reiner Arzneimittelverteiler – ein veraltetes Verständnis, das mit der heutigen Versorgungsrealität nicht mehr vereinbar ist.
Besonders konfliktträchtig sind Medikationsanalysen, da sie unmittelbar in die ärztliche Therapiekontrolle eingreifen. Zwar sehen die gesetzlichen Vorgaben eine klar abgegrenzte Aufgabenverteilung vor, doch in der Praxis ist die Grenze oft fließend. Apotheker dürfen keine Therapieentscheidungen treffen, wohl aber auf Risiken, Doppelverordnungen oder Wechselwirkungen hinweisen. Dass diese Hinweise als Angriff gewertet werden, offenbart ein tiefgreifendes Misstrauen – und einen Mangel an professioneller Kommunikationskultur im deutschen Gesundheitssystem.
Statt einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe erleben viele Apotheken eine Abwehrhaltung, die nicht selten in persönlichen Angriffen mündet. Die politische Rhetorik von Kooperation und Vernetzung bleibt bislang ohne konkrete Umsetzung. Weder gibt es standardisierte Rückmeldewege zwischen Praxis und Apotheke, noch wurden digitale Schnittstellen etabliert, die eine sichere und strukturierte Kommunikation ermöglichen würden. In der Folge bleibt es dem Zufall überlassen, ob sich vor Ort eine funktionierende interprofessionelle Zusammenarbeit entwickelt – oder ob Patientinnen und Patienten zwischen zwei Fronten aufgerieben werden.
Dass ausgerechnet Patientensicherheit zum Spielball beruflicher Empfindlichkeiten wird, ist alarmierend. Denn der Bedarf an zusätzlicher Expertise ist unbestritten. Studien zeigen, dass Medikationsfehler und arzneimittelbedingte Krankenhausaufenthalte nach wie vor häufig vorkommen. Gerade bei älteren Menschen mit Polymedikation ist der koordinierte Blick mehrerer Gesundheitsberufe notwendig, um Risiken zu minimieren. Wenn dieser Austausch an Eitelkeiten und unklaren Verantwortlichkeiten scheitert, wird nicht nur der Fortschritt blockiert – es wird aktiv Schaden riskiert.
Der Vorfall, bei dem ein Arzt einen Patienten wegen einer apothekerlichen Medikationsanalyse angeschrien haben soll, ist mehr als ein Ausrutscher im Alltag. Er ist ein Symptom eines tiefer liegenden Strukturproblems im deutschen Gesundheitswesen. Es geht nicht um einen Einzelfall, sondern um eine systematische Verweigerung der Zusammenarbeit auf Augenhöhe – und damit um ein Versagen in der Umsetzung einer sektorenübergreifenden Versorgungsstrategie.
Was hier zutage tritt, ist ein konfliktreiches Spannungsverhältnis zwischen zwei Heilberufen, das auf jahrzehntealten Rollenbildern basiert. Noch immer sehen sich manche Ärzte als alleinige Therapeuten, während sie den Apotheker allenfalls als Verwalter von Rezepten betrachten. Dieses Bild hat mit der Realität nichts mehr zu tun. Apothekerinnen und Apotheker übernehmen längst aktiv Verantwortung, wenn es um Therapiesicherheit, Adhärenzförderung oder die Begleitung chronisch Erkrankter geht. Dass diese Entwicklung in Teilen der Ärzteschaft mit Misstrauen, Ablehnung und sogar offener Aggression beantwortet wird, ist nicht nur fachlich bedenklich, sondern auch ethisch fragwürdig.
Die Schuld für diesen Zustand liegt nicht nur bei Einzelpersonen, sondern auch in der politischen Rahmensetzung. Die Einführung pharmazeutischer Dienstleistungen erfolgte ohne flächendeckende Aufklärung oder strukturierte Einbindung der ärztlichen Kollegenschaft. Damit wurden Spannungen vorprogrammiert. Was fehlt, ist eine klare gesetzliche Verpflichtung zur interprofessionellen Kommunikation, zur digitalen Vernetzung und zur gegenseitigen Anerkennung der jeweiligen Expertise.
Der Patient, der sich nach einer Medikationsanalyse in der Apotheke beschimpfen lassen muss, weil er Fragen zu seiner Therapie stellt, steht sinnbildlich für ein Systemversagen. Es ist ein Armutszeugnis, dass ausgerechnet dort, wo der mündige Patient gestärkt werden soll, autoritäre Reflexe überwiegen. Wer sich über Einmischung beklagt, sollte sich fragen, ob es wirklich um die Qualität der Versorgung geht – oder um den Verlust von Deutungshoheit.
Es braucht mehr als Lippenbekenntnisse zur Zusammenarbeit. Es braucht verbindliche Regeln, Fortbildungsangebote, digitale Schnittstellen – und vor allem ein professionelles Selbstverständnis, das Kooperation nicht als Schwäche, sondern als Stärke begreift. Solange Ärzte glauben, sie müssten ihre therapeutische Souveränität gegen Apotheken verteidigen, werden weder Medikationsanalysen noch andere pDL ihr volles Potenzial entfalten können. Leidtragende sind am Ende immer die Patientinnen und Patienten – und ein Gesundheitssystem, das seine eigenen Reformen blockiert.
Von Engin Günder, Fachjournalist
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