• 01.04.2025 – Apotheken-News: Mehr Einbrüche, weniger Apotheken, kaum Reformen

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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |

Apotheken-News: Mehr Einbrüche, weniger Apotheken, kaum Reformen

 

Versorgungsengpässe, politische Untätigkeit und neue Risiken setzen dem Apothekenwesen in Deutschland massiv zu

Einbrüche, Reformstau und politische Planspiele: Deutschlands Apotheken geraten zunehmend unter Druck. Während Kriminelle ganze Innenstädte ins Visier nehmen, kämpfen viele Apotheken ums Überleben – zwischen Bürokratie, Fachkräftemangel und regulatorischem Stillstand. Spekulationen um einen Ministerwechsel, entkernte Gremien wie der Apothekertag und das Scheitern der Cannabis-Teillegalisierung verschärfen die Lage. Technologische Innovationen wie SmartLink versprechen Fortschritt, prallen aber auf eine überlastete Praxis. Gleichzeitig drohen globale Handelskonflikte die Lieferketten der Gesundheitsbranche zu zerreißen. Inmitten dieser Krisen zeigt eine neue Studie, wie viel Lebenszeit durch Prävention gewonnen werden könnte – wenn das System es denn zuließe.


In den vergangenen Jahren verzeichnen Apotheken in Deutschland eine besorgniserregende Zunahme von Einbrüchen und Fällen von Vandalismus. Diese Vorfälle stellen nicht nur eine unmittelbare Bedrohung für die wirtschaftliche Existenz der betroffenen Betriebe dar, sondern gefährden auch die Stabilität der regionalen Arzneimittelversorgung. Apotheken sind in ihrer Funktion als niedrigschwellige, rund um die Uhr zugängliche Gesundheitseinrichtungen zunehmend ins Visier krimineller Aktivitäten geraten. Die Schäden reichen von aufgebrochenen Türen und Fenstern über entwendete Betäubungsmittel bis hin zu gezielten Zerstörungsakten an Einrichtung und Technik. Während manche Täter offenbar auf Medikamente mit hohem Schwarzmarktwert aus sind, scheinen andere rein destruktive Motive zu verfolgen. Sicherheitsexperten raten zu einem umfassenden Maßnahmenbündel aus baulicher Sicherung, Videoüberwachung, Alarmtechnik und organisatorischer Prävention. Versicherer reagieren zunehmend mit höheren Prämien oder Leistungsausschlüssen, wenn Apotheken keine wirksamen Schutzkonzepte nachweisen können.

Parallel zur wachsenden Bedrohung durch Einbruch und Vandalismus verschärft sich die strukturelle Krise der Apothekenlandschaft in Deutschland weiter. Trotz zwanzigjähriger Regierungsbeteiligung der Großen Koalition aus Union und SPD ist es nicht gelungen, dem sogenannten Apothekensterben wirksam entgegenzutreten. Im Gegenteil: Die Zahl der Betriebsaufgaben steigt kontinuierlich, vor allem im ländlichen Raum, wo sich wirtschaftlich tragfähige Strukturen immer seltener finden lassen. Auch politische Reformversuche wie das Apothekenstärkungsgesetz oder die Einführung pharmazeutischer Dienstleistungen konnten diesen Trend bislang nicht umkehren. Die Ursachen sind vielfältig: Stagnierende Honorare, zunehmender bürokratischer Aufwand, Fachkräftemangel und ein innovationshemmendes rechtliches Umfeld zählen zu den meistgenannten Belastungsfaktoren. Während sich in der öffentlichen Debatte der Eindruck manifestiert, Apotheken seien ein überholtes Modell, kämpfen viele Inhaber um ihre Existenz und die ihres Teams – mit wachsender Frustration über politische Versäumnisse.

Im politischen Berlin wiederum sorgen derzeit Gerüchte über eine mögliche personelle Neuausrichtung im Bundesgesundheitsministerium für Aufsehen. Im Rahmen der laufenden Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD wird laut mehreren Medienberichten die sächsische Sozialministerin Petra Köpping als potenzielle Nachfolgerin von Karl Lauterbach gehandelt. Diese Personalie würde nicht nur eine Zäsur in der Bundesgesundheitspolitik darstellen, sondern könnte auch auf eine strukturelle Neuausrichtung des Ressorts hindeuten. Beobachter interpretieren die Überlegungen als Zeichen wachsenden Unmuts über Lauterbachs Kommunikationsstil und die schleppende Umsetzung zentraler Reformvorhaben. Ein personeller Wechsel im Ministerium könnte Auswirkungen auf die Ausgestaltung der geplanten Apothekenreform haben – ein Thema, das in der Branche mit wachsender Skepsis verfolgt wird.

Gleichzeitig verliert der Deutsche Apothekertag, das traditionsreiche Jahresforum der Apothekerschaft, an politischem Gewicht. Mit der Änderung der ABDA-Satzung zum Jahresbeginn wurde die Verbindlichkeit der dort gefassten Beschlüsse de facto aufgehoben. Entscheidungen müssen künftig lediglich „sachgerecht berücksichtigt“ werden. Kritiker sprechen von einer Entmachtung der Delegiertenversammlung und einer Entpolitisierung des Gremiums. Um dem schwindenden Einfluss entgegenzuwirken, präsentierte die ABDA am 1. April ein neues Veranstaltungskonzept, das auf unterhaltsame Formate und weniger Debattenkultur setzt – ein Schritt, der in Fachkreisen teils als satirischer Rückzug aus der politischen Verantwortung verstanden wird.

Auch die Teillegalisierung von Cannabis entwickelt sich zur Bewährungsprobe für die Apotheken. Das Konsumcannabisgesetz sollte ursprünglich dazu beitragen, illegale Strukturen zu zerschlagen und den Gesundheitsschutz insbesondere jüngerer Konsumenten zu verbessern. In der Praxis jedoch fehlen nach wie vor legale Bezugsquellen, was zu einem paradoxen Zustand geführt hat: Während die Zahl der Ermittlungsverfahren deutlich gesunken ist – in Bayern beispielsweise um über 50 Prozent –, floriert der Schwarzmarkt ungebrochen weiter. Apotheken, die in der öffentlichen Wahrnehmung als mögliche Distributionsstellen für kontrollierte Produkte gehandelt wurden, bleiben dabei außen vor. Viele Inhaber äußern Unverständnis über die verpasste Chance, die vorhandene Infrastruktur sinnvoll in ein reguliertes Versorgungskonzept einzubinden. Stattdessen wächst der bürokratische Aufwand, etwa bei der Abgabe medizinischer Cannabisprodukte, ohne dass sich wirtschaftliche Vorteile daraus ableiten ließen.

Ein anderes Spannungsfeld zeigt sich in der Zusammenarbeit zwischen Apothekern und Ärzten. Zwar ist die Kooperation beider Berufsgruppen essenziell für eine hochwertige Patientenversorgung, doch das geltende Wettbewerbsrecht setzt enge Grenzen. So verbietet das Arzneimittelgesetz Absprachen, die den freien Wettbewerb gefährden könnten – etwa wenn Arztpraxen gezielt an bestimmte Apotheken verweisen. Der Gesundheitsrechtler Dr. Morton Douglas verweist in diesem Zusammenhang auf zahlreiche Gerichtsurteile, die verdeutlichen, wie schnell gut gemeinte Kooperationen in rechtlich heikles Fahrwasser geraten können. Der gesetzgeberische Rahmen fordert strikte Trennung von ärztlicher Verordnung und apothekerlicher Abgabe – ein Grundsatz, der zwar den Schutz des Verbrauchers sichern soll, in der Praxis aber oft zu Unsicherheit und übervorsichtiger Zurückhaltung führt.

Technologische Entwicklungen hingegen versprechen neue Impulse. Das Unternehmen Cherry hat mit dem Produkt „SmartLink“ eine eigene CardLink-Lösung vorgestellt, die kürzlich von der Gematik offiziell zugelassen wurde. Damit zählt Cherry zu den acht Anbietern, die künftig einen standardisierten Zugang zur elektronischen Gesundheitskarte ermöglichen. Die Lösung richtet sich speziell an Apotheken, die ihre digitalen Prozesse verbessern und gleichzeitig die gesetzlichen Anforderungen an den Datenschutz erfüllen wollen. In Zeiten wachsender digitaler Vernetzung könnte die neue Schnittstelle ein wichtiger Baustein sein, um Patientenprozesse effizienter zu gestalten – sofern die Praxistauglichkeit dem technischen Anspruch standhält.

Globale Entwicklungen werfen ebenfalls ihre Schatten auf die Gesundheitsversorgung. Der sich zuspitzende Handelskonflikt zwischen den USA und der EU, ausgelöst durch die protektionistische Wirtschaftspolitik der US-Regierung, bedroht nicht nur die Automobilbranche, sondern zunehmend auch die pharmazeutische Lieferkette. Sollte es zu Vergeltungsmaßnahmen kommen, könnten Engpässe bei Medikamenten oder medizinischem Equipment die Folge sein. Experten warnen vor einem Flächenbrand, der das ohnehin angespannte Versorgungssystem zusätzlich belasten würde. Die europäische Gesundheitswirtschaft ist auf stabile Handelsbeziehungen und funktionierende Lieferketten angewiesen – jede politische Eskalation droht hier direkte Auswirkungen auf Patientenversorgung und Apothekenbetrieb zu haben.

Der Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels (Phagro) reagiert auf die wachsende Bedeutung gesundheitspolitischer Fragen mit einer internen Umstrukturierung. Mit der neu geschaffenen Position des Leiters Gesundheitspolitik und Head of Public Affairs will der Verband seine Interessenvertretung auf Bundesebene stärken. Der Sozialwissenschaftler Nico Münch übernimmt diese Aufgabe. Seine Erfahrungen aus dem Bundestag und aus der politischen Kommunikation sollen dem Verband helfen, sich im regulatorischen Umfeld besser zu positionieren und politisch relevante Themen wie Lieferengpässe, Großhandelsvergütung und Digitalisierung proaktiv zu begleiten.

Unterdessen prüft das börsennotierte Unternehmen Haemato Holding ein Übernahmeangebot für seine Pharmatochter Haemato Pharm. Das vorliegende Angebot ist unter bestimmten Bedingungen bindend und könnte zu einer strategischen Neuausrichtung des Unternehmens führen. Der Name des Interessenten bleibt bislang vertraulich. Beobachter vermuten hinter dem möglichen Verkauf einen Schritt zur Fokussierung auf margenstärkere Geschäftsbereiche. Haemato ist vor allem als Reimporteur im Markt aktiv, ein Segment, das in jüngster Zeit durch politische Diskussionen und regulatorische Eingriffe zunehmend unter Druck geraten ist.

Auch die psychische Belastung in der Arbeitswelt nimmt weiter zu. Laut einer aktuellen Umfrage der KKH leiden 43 Prozent der Beschäftigten häufig unter Stress, 15 Prozent sogar sehr häufig. Ähnliche Ergebnisse liefert eine Erhebung der Pronova BKK, wonach über 60 Prozent der Befragten ihre Gesundheit durch die Arbeitsbelastung gefährdet sehen. Ursachen sind neben ständigem Zeitdruck auch unklare Rollenerwartungen, fehlende Anerkennung und die dauerhafte Erreichbarkeit über digitale Kanäle. Unternehmen sind zunehmend gefordert, systematisch auf Stressprävention zu setzen – sei es durch flexible Arbeitszeitmodelle, Gesundheitskurse oder betriebliche Beratungssysteme.

Abschließend weist eine Studie im „New England Journal of Medicine“ darauf hin, wie groß der Einfluss bestimmter Risikofaktoren auf die Lebenserwartung sein kann. Die Reduktion von Bluthochdruck, die Kontrolle hoher Cholesterinwerte, die Vermeidung von Nikotinkonsum, die Behandlung von Diabetes sowie der Abbau von Übergewicht zählen demnach zu den effektivsten Maßnahmen zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese sind in Deutschland nach wie vor die häufigste Todesursache. Eine gezielte, frühzeitige Intervention auf Basis dieser fünf Faktoren könnte nicht nur Leben verlängern, sondern auch das Gesundheitssystem langfristig entlasten. Ein Befund, der auch für Apotheken relevant ist – denn als erste Anlaufstelle für Prävention und Beratung nehmen sie eine zentrale Rolle ein.


Kommentar:

Die Apothekenlandschaft in Deutschland steht exemplarisch für die strukturellen Versäumnisse der Gesundheitspolitik der vergangenen Jahrzehnte. Während die politische Rhetorik regelmäßig die Bedeutung wohnortnaher Versorgung betont, sehen sich Apotheken in der Realität mit einem wachsenden Maß an Belastung, Unsicherheit und Entwertung konfrontiert. Der zunehmende Vandalismus, politische Untätigkeit beim Apothekensterben, überbordende Bürokratie, ein regulatorisches Wirrwarr bei Cannabis und technologische Lösungen, die ohne echte Einbindung der Apotheken eingeführt werden – all das ergibt ein Bild, das eher von Vernachlässigung als von politischer Fürsorge geprägt ist.

Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet der Deutsche Apothekertag, bislang das höchste politische Gremium der Berufsvertretung, seiner Verbindlichkeit beraubt wurde – zugunsten von Showelementen und „Events“. Damit manifestiert sich ein schleichender Bedeutungsverlust nicht nur in der Politik, sondern auch in der eigenen Standesorganisation. Die Folge: eine Apothekerschaft, die zunehmend frustriert, desillusioniert und demobilisiert wirkt. Während in Berlin über Nachfolgerinnen für den Gesundheitsminister spekuliert wird, drohen die eigentlichen Herausforderungen vor Ort erneut unter den Tisch zu fallen.

Gleichzeitig zeigt der Umgang mit der Cannabis-Teillegalisierung, wie wenig konsistent staatliches Handeln ist. Anstatt bestehende, fachlich qualifizierte Strukturen wie Apotheken sinnvoll einzubinden, wird ein Gesetz verabschiedet, das den Schwarzmarkt nicht bekämpft, sondern legal ignoriert. Der medizinische Bereich bleibt von wachsender Bürokratie belastet, während pragmatische Lösungen zur Entlastung ausbleiben.

Was fehlt, ist ein übergreifendes politisches Verständnis für die Systemrelevanz der Apotheken. Sie sind nicht nur Arzneimittelabgabestellen, sondern niedrigschwellige Gesundheitsberater, Präventionsakteure und Krisenpuffer in Pandemien, Lieferengpässen und Versorgungslücken. Wer ihre Rolle auf betriebswirtschaftliche Kennzahlen oder formale Regeltreue reduziert, verkennt ihren Wert für die Gesellschaft. Es braucht endlich klare politische Entscheidungen, verbindliche Honoraranpassungen, eine rechtssichere und praxisnahe Einbindung in neue Versorgungskonzepte – und vor allem: Respekt.

Von Engin Günder, Fachjournalist

 

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