• 02.04.2025 – Apotheken-News: Apotheken kämpfen, Verbände schweigen

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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |

Apotheken-News: Apotheken kämpfen, Verbände schweigen

 

In der Krise fehlt vielen Betrieben die dringend nötige Unterstützung ihrer Standesvertretung

Immer mehr Apotheken geraten in wirtschaftliche Not – doch wer Hilfe sucht, findet bei Kammern und Verbänden oft nur Schweigen. Statt strukturierter Unterstützung herrscht Leerstelle, wo Solidarität gefragt wäre. Ein Bericht über systemisches Versagen, fehlende Verantwortung und die dringende Notwendigkeit eines Umdenkens innerhalb der eigenen Berufsstruktur.


In Deutschland stehen immer mehr Apotheken wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand. Die Ursachen sind vielfältig: gestiegene Personalkosten, explodierende Energiepreise, anhaltende Lieferengpässe, ein zunehmender Wettbewerbsdruck durch den Versandhandel und eine Vergütung, die mit der realen Arbeitslast seit Jahren nicht mehr Schritt hält. Was früher als sichere Existenz galt, ist heute für viele Apothekeninhaber ein Drahtseilakt zwischen Durchhalten und Aufgeben. Wer sich in dieser Lage an seine Standesvertretung wendet, also an Kammer oder Verband, stößt jedoch häufig nicht auf ein Netz – sondern ins Leere.

Denn obwohl Apothekerkammern und -verbände nach außen hin als Interessensvertreter der Berufsgruppe auftreten, fehlt es bislang an strukturierten, individuellen Hilfsangeboten für wirtschaftlich angeschlagene Apotheken. Es gibt keine standardisierten Krisenpläne, keine offiziellen Ansprechpartner für Notlagen, keine institutionalisierte Beratung in akuten wirtschaftlichen Bedrohungssituationen. Stattdessen dominieren Themen wie Honorarforderungen gegenüber der Politik, die Positionierung zur Apothekenreform oder Debatten über Zukunftsmodelle wie Filialverzicht und Telepharmazie.

Diese strategische Ausrichtung ist wichtig – doch sie greift zu kurz, wenn die Realität im Berufsalltag von existenziellen Problemen geprägt ist. Immer mehr Apothekenbetreiber berichten von einem Gefühl des Alleinseins. Sie kämpfen mit Liquiditätsengpässen, müssen Überziehungen bei der Hausbank verhandeln, verzweifeln an gestiegenen Löhnen und stagnierenden Erträgen – und sehen sich dabei einer Standesstruktur gegenüber, die auf individuelle Notlagen nicht vorbereitet scheint.

Ein weiteres Problem: Die Angst vor Stigmatisierung. Viele Inhaberinnen und Inhaber trauen sich nicht, offen über ihre wirtschaftliche Situation zu sprechen. Der Apothekenberuf ist geprägt von einem starken berufsethischen Selbstbild, das ökonomische Schwäche nicht vorsieht. Wer dennoch in finanzielle Bedrängnis gerät, riskiert den Verlust seiner sozialen und fachlichen Reputation. Ein strukturiertes und vor allem vertrauliches Unterstützungsangebot könnte hier Abhilfe schaffen – wird bislang aber nicht angeboten.

Dabei gibt es Modelle, an denen sich die Standesvertretungen orientieren könnten. In anderen Bereichen – vom Handwerk über die Landwirtschaft bis zur freien Ärzteschaft – sind Krisenberater, Notfallfonds und psychologische Unterstützungsangebote längst etabliert. Sie bieten betroffenen Mitgliedern konkrete Hilfe bei Betriebsprüfung, Zahlungsunfähigkeit oder Personalfluktuation. Solche Strukturen fehlen im Apothekenbereich bislang vollständig.

Auch aus berufspolitischer Sicht ist das ein Versäumnis. Denn jede geschlossene Apotheke ist nicht nur ein wirtschaftliches Einzelschicksal, sondern auch ein politisches Signal: Das System trägt nicht mehr. Und wenn die eigene Berufsorganisation in solchen Fällen nicht eingreift, sondern passiv bleibt, gerät ihr Anspruch als schützende und gestaltende Kraft ins Wanken.

Die Zukunft der Vor-Ort-Apotheke entscheidet sich nicht nur in Berlin, sondern auch in den Gremien der Kammern und Verbände. Hier müssten längst konkrete Maßnahmen auf den Weg gebracht werden: ein Frühwarnsystem zur Erkennung wirtschaftlicher Schieflagen, ein Notfalltelefon, vertrauliche Erstberatung, Kooperationen mit Sanierungsberatern, die Einrichtung eines finanziellen Hilfsfonds und ein Programm zur emotionalen Begleitung von Betroffenen. Es braucht Mut, solche Strukturen aufzubauen – aber noch mehr Mut braucht es, weiterhin nichts zu tun.

 
Kommentar: Berufspolitik heißt auch Verantwortung für die Schwächsten

Wenn Apotheken wirtschaftlich in Not geraten, dann geht es um mehr als betriebswirtschaftliche Zahlen. Es geht um Existenzen. Um Familienbetriebe, die über Generationen geführt wurden. Um Versorgungsstrukturen in Regionen, in denen sonst niemand Medikamente abgeben kann. Und es geht um Menschen, die mit Leidenschaft, Fachwissen und Verantwortung einen Beruf ausüben – und nun im Stich gelassen werden.

Dass Standesvertretungen diesen Prozess weitgehend kommentarlos begleiten, ist ein Skandal mit Ansage. Denn während in Grundsatzpapieren von „Solidarität“, „Gemeinschaft“ und „Zusammenhalt“ die Rede ist, fehlt es an konkreten Hilfen. Wer heute als Apothekerin oder Apotheker in Schieflage gerät, darf nicht erwarten, dass Kammer oder Verband aktiv unterstützen. Es gibt keine Anlaufstellen, keine strukturierten Verfahren, keine gezielten Programme. Im Gegenteil: Häufig bleibt nur Schweigen – ein Schweigen, das laut schreit.

Doch genau hier liegt der Kern des Problems: Berufspolitik reduziert sich zu oft auf äußere Forderungen – an Politik, Medien, Gesellschaft. Sie bleibt passiv, wo sie intern aktiv werden müsste. Dabei ist es eine zentrale Aufgabe von Kammern und Verbänden, nicht nur die starke Stimme nach außen zu sein, sondern auch der schützende Rahmen nach innen. Wer nur für die Profession kämpft, aber nicht für die in ihr Tätigen, verliert seine Daseinsberechtigung.

Die wirtschaftliche Realität vieler Apotheken verlangt nach einem Kurswechsel. Es braucht ein klares Bekenntnis: Ja, wir kümmern uns auch um die Schwächsten in unseren Reihen. Ja, wir wollen nicht nur politische Rahmenbedingungen verändern, sondern konkrete Hilfe leisten – schnell, professionell, vertraulich. Wer dies verweigert, riskiert nicht nur das Vertrauen der eigenen Mitglieder, sondern auch den Zusammenhalt eines ganzen Berufsstands.

Es ist höchste Zeit, dass Kammern und Verbände ihre Verantwortung erkennen. Dass sie zuhören, wenn Kolleginnen und Kollegen von Not berichten. Dass sie handeln, bevor der Betrieb geschlossen wird. Und dass sie begreifen: Eine Standesvertretung ist nicht dafür da, sich selbst zu verwalten – sondern um anderen den Rücken zu stärken. Gerade dann, wenn sie ihn am dringendsten brauchen.

Von Engin Günder, Fachjournalist

 

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